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Drachenstory ohne Titel
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Kapitel 1
Kapitel 1
Nintor, der junge Moonddrachenprinz, schlenderte
wieder einmal gemütlich durch die weiten Wälder die an sein zu Hause
den Drachenberg grenzten. Es war Taghell, und durch das dichte Blätterdach
fiel ein schwummriges, blassgrünes Licht das dem Wald eine ganz besonderes
Gefühl von Ruhe und Frieden verlieh. Immer wenn Nintor die Zeit dazu
fand hielt er sich hier auf. Es war Sommer, und die Pflanzen des Waldes standen
in voller Pracht. Viele Wildblumen blühten am Rande des Trampelpfades
der sich über die Jahre hinweg gebildet hatte. Tiefer im Wald, wo das
Leben unberührt seinen Lauf nahm, gab es dichtes Dickicht. Pflanzen von
solcher Größe das sie einen ausgewachsenen Drachen verbergen konnten.
Pflanzen voller Dornen, und manche davon höchst Giftig oder mit süßen
Beeren besetzt die zum naschen verführten. Nintor kannte jeden kleinsten
Winkel des Waldes in und auswendig. Er wusste welche Pflanzen giftig waren
und von welchen Beeren man ohne Schaden zu nehmen essen konnte. Auch kannte
er die eine oder andere Heilpflanze. Das meiste von seinem Wissen hatte er
von den Weisen seines Drachenstammes und von den Elfen, das allerwenigste
hatte er von anderen Kreaturen aus dem Lande Tiam aufgeschnappt.
Nintor war noch nicht tief in den Wald eingedrungen als er stehen blieb, seinen
Kopf schräg legte und lauschte. Er konnte das zwitschern und singen Zahlreicher
Vögel hören. Irgendwo im Dickicht raschelte es und ein leiser, sanfter
Sommerwind rauschte durch die Blätter der Bäume. Alles war friedlich
und Nintor genoss diesen Frieden und die Freiheit die ihn schon seit seiner
Geburt begleiteten. Nintor hatte noch nie etwas wirklich aufregendes erlebt,
das aufregendste an der er sich erinnern konnte war die Jagd nach Beute für
den Drachenstamm. Nintor war noch ein sehr junger Drache, und obwohl er sich
mit Leichtigkeit gegen ausgewachsene Hirsche, Wildschweine und andere , größere
Kreaturen verteidigen konnte, so durfte er doch erst seit letztem Jahr an
der Jagd aktiv teilnehmen. Ausser zwei anderen Jungdrachen aus seinem Stamm,
war er der kleinste in der Jäger-Gruppe die aus zirka einem guten Dutzend
Drachen bestand. Gejagt wurde ausschließlich des Nachts, wenn die weiten
Ebenen, Wälder und Berge in tiefe Dunkelheit getaucht waren, und Mond
und Sterne hoch am Himmel standen und die einzige, schwache Lichtquelle in
der schwärze der Nacht bildeten. Doch nun war es hell, die Sonne stand
hoch am Himmel und es war wunderbar warm. Die meisten aus seinem Stamm schliefen
um diese Tageszeit in ihren dunklen Höhlen die tief im Drachenberg lagen.
Doch Nintor war jung und Unternehmungslustig, und so viel es ihm nicht einmal
im Traum ein nun in der Höhle seiner Eltern zu liegen und zu schlafen,
er wollte viel lieber, wie fast jeden Tag, die Gegend erkunden. Dabei dachte
er sich immer neue Spiele aus. Zum Beispiel das er den Wald vor bösen
Monstern beschützen musste, oder das ein Freund Todkrank war und er eine
bestimmte Heilpflanze finden musste. Und je nach Jahreszeit war es schwieriger
die Aufgaben zu erfüllen. Im Winter zum Beispiel war es unmöglich
Traumkraut zu finden das bei Fieber half, in so einem Fall musste Nintor den
weiten Weg zu den Elfen auf sich nehmen die immer Heilkräuter Vorrätig
hatten. Es war selbstverständlich das der Weg durch den tiefen Schnee
und über die weiten Steppen äußersterst Lebensgefährlich
war, und für so einen kleinen Drachen wie Nintor war es nicht leicht
die Aufgaben zu bestehen, aber er hatte sie bis jetzt immer gemeistert und
damit mehr als einmal einem Drachen das Leben gerettet! Heute allerdings fiel
Nintor kein schönes Spiel ein. Er schaffte es einfach nicht einen klaren
Gedanken zu fassen, das mochte daran liegen das er neben einem Busch Nebelfarn
stand, der dafür bekannt war mit seinen Pollen die Sinne zu verwirren,
aber Nintor war eigentlich so abgebrüht dagegen das man das ausschließen
konnte. Nein, es lag etwas in der Luft was er noch nicht erfassen konnte,
was seinen Geist aber zutiefst beunruhigte. Nachdem er noch eine Weile den
Geräuschen des Waldes lauschte, aber nicht verdächtiges hören
konnte, entschloss er sich den Wald zu verlassen. So machte er sich langsam
auf den Rückweg. Und da er ganz in Gedanken versunken war um wieder klar
denken zu können, bemerkte Nintor auch nicht den Schatten, der hinter
ihm durch die Büsche huschte.
Als Nintor den Waldrand erreicht hatte wehte ihm ein frische Lüftchen
um die Nase, es trug den Geruch von Schnee und Kälte mit sich. Ganz klar,
der Wind kam vom Taho-Gebirge. Diese Gebirgskette war die längste und
höchste im Land Tiam. Das Taho-Gebirge trennte zwei Welten voneinander.
Auf der einen Seite lag das friedliche Land Tiam, auf der anderen Seite das
unerforschte, dunkle Reich, in dem die Schattendrachen, und andere grässliche
Kreaturen hausten. Das Taho-Gebirge war riesig, und seine Gipfel endeten irgendwo
weit hinter der dichten Wolkendecke. Nintor und jeder andere wussten das es
sehr hoch war, aber nicht unüberwindbar! Und da der größte
Teil des Gebirges mit Schnee und Eis bedeckt war, war es kein Wunder das jeder
Wind der aus dieser Richtung kam den Geruch von Kälte und Eis mit sich
trug. Grade wollte sich Nintor dazu entscheiden doch zum Drachenberg zurückzukehren
und wie die anderen in seiner Höhle zu schlafen, da erinnerte er sich
daran das er schon lange nicht mehr bei seiner Spielkameradin gewesen war.
Der Weg zu ihr war zwar etwas weiter als der zum Wald, aber da er eh nichts
besseres zu tun hatte, und sie sich wirklich schon lange nicht mehr gesehen
hatten, würde ihm das nichts ausmachen, und so schlenderte Nintor los,
auf dem weg zu seiner Freundin Minori. Hätte Nintor fliegen können
wäre er wesentlich schneller da gewesen. Doch er war noch zu jung, und
die Kraft seine Flügel auch zum fliegen nutzen zu können war ihm
noch nicht gegeben. Erst mit der Jugendweihe würde diese verborgene Kraft
in ihm freigesetzt werden, und erst von diesem Tag an würde er fliegen
können. So musste er den Weg auf seinen vier tapsigen Pfoten zurücklegen,
aber das störte ihn nicht. Immerhin lief er nun schon seit fast zehn
Jahren darauf durch die Gegend, und er hatte auf ihnen schon wesentlich weitere
Strecken als den zum Graufelsen, wo die Felsendrachen lebten, zurückgelegt.
Nintor musste sich allerdings etwas beeilen um noch zu einer angemessenen
Tageszeit am Graufelsen anzukommen. Während die Moondrachen Tagsüber
schliefen und des Nachts aktiv waren, so war es bei ihren Verwandten den Felsendrachen
genau umgekehrt, sie schliefen des Nachts und waren am Tage aktiv. Das machte
es auch immer etwas schwierig für Nintor sich mit Minori zu treffen,
denn dann wenn er wach und munter war, schlief Minori, und wenn Minori wach
war, so schlief, meistens zumindest, Nintor. Doch heute war Nintor wach, es
war Tag, und er war sicher das, wenn er sich beeilte, er zumindest für
einige, wenige Stunden mit Minori verbringen konnte.
Nintor hatte den Drachenberg passiert, niemand war wach und hatte gesehen
das Nintor wieder mal dabei war sich alleine weiter vom Berg zu entfernen.
Das einzige was nun noch zwischen ihm und dem Grausfelsen lag war ein gutes
Stück Steppe. Nachdem sich Nintor noch einmal davon überzeugt hatte
das man ihn nicht entdeckt hatte machte er sich im Laufschritt auf den Weg
um Minori zu besuchen. Das Gras war sehr hoch, und das vorankommen ziemlich
schwer, so musste Nintor das meiste Stück des Weges wie ein Hase springen
um nicht den Überblick zu verlieren, den ab einem bestimmten Punkt konnte
man in allen Himmelsrichtungen nichts anderes sehen als Steppe, und Nintor
musste aufpassen das er sich nicht verlief. Es gab nur wenige Anhaltspunkte,
wie zum Beispiel einen kleinen Bach der von Norden aus Richtung Westen floss
oder einem großen Felsen den man von weitem schon gut erkennen konnte,
die ihm in etwa sagten in welche Richtung er lief. Der Felsen sah aus als
hätte ihn ein Riese aus einem berg gerissen und wahllos ins Land Tiam
geschleudert, deswegen trug der Fels auch den Namen Riesenfels. Nintor verlief
sich nicht, und bald war er an dem Bach angekommen von dem aus man schon den
Riesenfels sehen konnte. Nachdem Nintor sich mit einigen Schluck Wasser gestärkt
hatte hüpfte er weiter Richtung Riesenfels. Bald schon hatte er auch
ihn erreicht, und von hier aus konnte man nun auch schwach den Graufelsen
ausmachen. Nintor sah hinauf zum Himmel und stellte fest das die Abenddämmerung
nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, der Weg war eben doch
sehr weit. Doch Nintor wusste auch das sich die Felsendrachen nicht sofort
bei Einbruch der Dunkelheit schlafen legten. Und so legte er noch einen Zahn
zu um möglichst schnell beim Graufelsen anzukommen. Und tatsächlich,
die Abenddämmerung war kaum angebrochen da stand Nintor am Fuße
des Graufelsen. Nun würde er endlich Minori wiedersehen. Voller Tatendrang
und einem vor Wiedersehenfreude stark pochendem Herzen machte sich Nintor
an den Aufstieg.
Der Graufelsen war ein steiler Hang, übersät
mit Geröll und scharfkantigen Felsen, eine Art natürlichen Weg hoch,
zu den Höhlen der Felsendrachen, gab es nicht. Nintor musste sich von
Vorsprung zu Vorsprung quälen, doch letztendlich erreichte er, in Schweiß
gebadet und völlig ausser Atem, die erste Höhle. Nintor konnte riechen
das hier Drachen lebten, und er war froh als er einen der Grauen Giganten
weiter oben entdecken konnte. Doch nicht nur Nintor hatte den Drachen gesehen,
der Drache seinerseits hatte auch Nintor entdeckt, und der Ausdruck auf seinem
Gesicht war mehr als überrascht. Nintor war sich sicher das der Drache
ihn erkannt hatte, aber er schien sich zu fragen was er wohl um diese Zeit
so ganz alleine hier tat. Und es dauerte nicht lange, Nintor war noch dabei
sich auszuruhe, da konnte man das rauschen gewaltiger lederner Schwingen hören,
als sich der Drache in die Lüfte erhob und zu Nintor hinunterflog. Ein
kleiner Sturmwind umbraußte Nintor als der riesige Felsendrache dicht
neben ihm landete, dabei wurden kleines Gestrüp und Steine weggewet und
fielen den Hang hinunter in die tiefe. Nintor wollte jetzt nicht einer dieser
Steine sein und war froh das er dem Wind standhalten konnte.
"Guten Abend," begrüßte ihn der Felsendrache, doch in
seiner Stimme lag eine gewiße Schärfe die Nintor nicht gefiel.
"Guten Abend," antwortet Nintor, der noch immer nicht richtig Luft
bekam und die Worte hervorjabste.
"Nintor, nehme ich an, der junge Prinz der Moonddrachen. Was tut ihr
zu so später Stunde noch hier, weit ab von Eurem Drachenberg und noch
dazu alleine?" Die Augen des alten Felsendrachen sahen ihn mißtrauisch
an. Er war wohl der Meinung das er, Nintor, von daheim ausgerißen sei.
"Ich wollte meine alte Freundin Minori besuchen," antwortete Nintor
ehrlich, "ich habe sie seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, und wegen
der verschiedenen Lebenumstände der beiden Drachenstämme ist es
auch immer schwirig ein Treffen zu vereinbaren. Aber da ich heute eh nicht
schlafen kann dachte ich, ich nutze die Zeit um sie endlich mal wieder zu
besuchen!" Nintor hatte bisher nicht gelogen, und er hoffte es würden
keine Fragen kommen bei denen er es tun musste. Nintor war eine ehrliche Haut,
und nur wenn es die Umstände dringend erforderten bediente sich Nintor
einer seiner Notlügen.
"Ich nehme an du weisst wie spät es ist. Die meisten haben sich
schon zur Ruhe gelegt. Ich bin heute zur Nachtwache eingeteilt. Du wirst kaum
noch jemanden finden der deinen Besuch zu schätzen wissen könnte."
Nintor war enttäuscht. Nicht nur das er von der Nachtwahc eso grob behandelt
wurde, nein, auch weil er offensichtlich doch zu spät kam. Allerdings
wunderte er sich über eine Sache.
"Seit wann stellen die Felsendrachen eigentlich Nachtwachen auf?"
Und desshalb fragte er gerade heraus nach.
"Es geschehen merkwürdige Dinge im Land. Aber das geht dich nichts
an, du bist noch jung und solltest dein Leben genießen solange du es
kannst, wir erwachsenen kümmern uns um den Rest." Etwas an dem wie
er den ersten Satz ausgesprochen hatte gefiel Nintor gar nicht. Leider konnte
er nicht genauer sagen was es war, doch es war kein gutes Gefühl das
er dabei hatte. Gerade wollte Nintor sich verabschieden und den Graufelsen
wieder verlassen, da hörte er eine fröhliche Mädchenstimme
von oben rufen.
"Hey Torka, magst du mit mir spielen?" Torka, das war wohl der Name
des alten Felsendrachen, wendete träge den Kopf und blickte nach oben
wo dich am Felsrand, zu dicht am Felsrand, ein kleines Felsendrachenmädchen
stand und freudig auf den alten hinunter blickte. Torka schloß die Augen
und schüttelte den Kopf.
"Warum schlaft ihr noch nicht meine Prinzessin? Es ist spät, und
die Nacht birgt viele Gefahren." Das Drachenmädchen hüpfte
freudig auf und ab.
"Ich bin aber noch gar nicht müde. Meine Beine wollen sich bewegen,
und so lange ich so aufgeregt bin kann ich nicht einschlafen."
"Wisst Ihr woher diese Aufregung kommt," fragte Torka.
"Nein, es ist als würde eine Überraschung auf mich warten die
ganz in der Nähe ist. Mehr kann ich nicht sagen, jedenfalls macht es
mich ganz wuschig." Das Drachenmädchen lächelte ein sanftes
Drachenlächeln und blickte weiterhin auf Torka hinab. "Du magst
also nicht mit mir spielen?"
"Es ist schon spät. Seht, die Sonne geht bereits unter, und ich
muss wache halten, ich habe keine Zeit gleichzeitig auf Euch und die Umgebung
aufzupassen." Das Mädchen blickte betroffen zu Boden.
"Ach schade, und was soll ich dann nun machen. Ich kann mit all der Energie
unmöglich einschlafen."
"Seit vernüftig und geht zurück in die Höhle Eurer Eltern,
ich bin sicher das wenn Ihr Euch eine zeitlang hinlegt ihr bald von alleine
einschlafen werdet." Das Mädchen schüttelte kräftig den
kleinen Drachenkopf.
"Ich versuche nun schon seit Ewigkeiten einzuschlafen, aber es geht nicht,
dann muss ich mir eben eine ander ebschäftigung suchen wenn du nicht
mit mir spielen magst," sagte sie trotzig und drehte Torka herausvordernd
den Rücken zu.
"Ach Prinzessin Minori, ihr seit unverbesserlich." Torka schüttelte
abermals den Kopf, doch Nintor, der Minori schon seit ihrem erscheinen erkannt
hatte, platzte fast vor Freude. Vieleicht würde er nun nicht mehr lange
bei ihr sein können, aber zumindest hatte er sie wiedergesehen.
"Minori, magst du mit mir spielen," rief er die Felsen hinauf und
warf einen erwartungsvollen Blick hinterher. Minori drehte sich verdutzt wieder
herum. Sie kannte diese Stimme, sie war etwas verändert, älter,
aber ansonsten hatte sich die Stimme kein wenig verändert, und so konnte
das nur bedeuten:
"Nintor?!? Bist du das?"
"Ja Minori, ich bin hier um dich zu besuchen!" Nach wenigen schweige
Sekunden in denen sich Nintor und Minori durch die Dunkelheit hinweg ansahen
stieß Minori einen quitschendne Freundenschrei aus, sprang über
die Felskante und schlitterte unsanft nach unten auf den Felsvorspung auf
dem Nintor und Torka standen. Torka hatte die Augen weit aufgerissen als Minori
einfach so über die Kante gesprungen war, die hätte sich verletzen
können, aber das junge Drachenmädchen hatte genau gewusst was sie
tat. Unten angekommen stieß sie sich mit ihren kurzen, aber kräftigen
Beinen ab und landete mitten auf Nintor. Die beiden rollten ein Stück
über den Felsvorsprung, lösten sich aus ihrer Verknotung und blieben
lachend nebeneinander liegen. Nachdem sie sich wieder aufgerappelt hatten
und der Staub von den Schuppen abgeschüttelt waren sahen sie sich grinsend
an.
"Das ist aber eine Überraschung, du, Nintor, hier! Das muss es sein
was ich gespürt habe und was mich nicht hat schlafen lassen. Ich bin
ja so froh." Minori rieb ihren Schädel an dem von Nintor, das war
die übliche Begrüßung zwischen guten Freunden. Und Nintor
genoß das Gefühl dieser Berührung, denn keiner außer
Minori begrüßte ihn so, da niemand anderer so gut mit ihm befreundet
war wie sie. Nun konnte er sicher sein das er nicht nur träumte sondern
wirklich bei ihr war.
"Du glaubst gar nicht wie sehr ich mich freue hier zu sein. Als Torka
gesagt hatte das die meisten schon schliefen hatte ich schon die Hoffung aufgegeben
dich wiederzusehen, zumindest für die nächste Zeit." Nachdem
sie sich noch eine Weile überschwenglich begrüßten bat Torka
sie sich eine Höhle zu suchen, hier draußen sie es entschieden
zu gefährlich für zwei junge Drachen wie Nintor und Minori. Diesmal
gehorchten die beiden, und Minori, die hier zu Hause war, führte Nintor
zu einer zentralen, aber leerstehenden Höhle, wo sie sich in Ruhe weiter
unterhalten konnten. Es würde eine lange Nacht werden, soviel war sicher.
Als Nintor gemeinsam mit Minori die Höhle
betrat, war er sehr überrascht das der Boden mit frischem Stroh bedeckt
war. Felsendrachen schliefen nicht, wie man es eigentlich annehmen könnte,
auf dem nackten Felsen, sondern bekamen von den Elfen des Waldes regelmäßig
frisch geerntetes Stroh um darauf zu schlafen. Und auch diese verlassene Höhle
war mit frischen Stroh ausgedeckt.
"Minori, warum ist diese Höhle voll von frischem Stroh, hierw ohnt
doch niemand."
"Das ist richtig. Das liegt daran das dies hier unsere Lagerhöhle
für Stroh ist. Weiter hinten wirst du kleinere Höhlenräume
finden die bis oben hin mit Stroh gefüllt sind. Sie sind allerdings magisch
versiegelt, damit das Stroh frisch bleibt. Doch in den Vorräumen können
wir uns ungestört aufhalten und es un bequem machen." Minori lächelte
zu Nintor hinüber, leider war es schon sher dunkel, besonders in dieser
Höhle, so das er dieses bezaubernde lächeln nicht vollkommen genießen
konnte. Aber er war froh das er überhaupt mit Minori zusammen sein konnte.
Sie waren schon recht tief in der Höhle als Nintor die Rückwand
im Zwielicht der Höhle erkennen konnte. Ausserdem sah er links und rechts
von sich einige Abzweigungen die zu besagten Nebenräumen führten
in denen das Stroh gelagert war. Minori schob sich etwas Stroh zu einem bequemen
Liegeplatz zusammen, und schaffte nebenbei noch genug Stroh herbei damit Nintor
es sich ebenfalls bequem machen konnte. Ohne das es einer Aufforderung bedurfte
legte sich Nintor auf dem frischen Stroh nieder, Minori tat es ihm gleich
und legte sich direkt neben ihn so das sich flüchtig ihre kleinen Tatzen
berührten. Nintor wollte schon den Mund aufmachen um etwas zu sagen da
platze es aus Minori schon heraus.
"Oh Nintor, ich bin so froh das du da bist, was hat dich bewegt mich
zu besuchen." Nachdem Nintor die erste Überrschaung über den
plötzlichen ansturm Minoris überwunden hatte lächelte er sanft
und sagte:
"Wir haben uns so lange nicht gesehen, es müssen an die zwei Jahre
sein, und weil ich heute eh unterwegs war dachte ich mir ich könnte dich
mal wieder besuchen. Ich dachte schon ich würde es nicht mehr schaffen,
da ich mich erst sehr spät auf den Weg gemacht hatte, und dann war da
Torka, der mir erzählte alle würden schon schlafen, aber nun bin
ich doch nicht umsonst gekommen." Er stubste Minori verspielt von der
Seite an und beide kicherten herzhaft.
"Ja, das ist wahr, wir haben uns ewig nicht gesehen. Das ist schon komisch.
Dabei sind unsere Eltern so gut befreundet und doch finden sie kaum Zeit sich
mal zu besuchen."
"Das liegt daran das ihr Nachts immer schlaft, dann, wenn unser Volk
wach wird, das trifft sich leider nicht sehr gut."
"Ja, aber du bist ja ein sehr aktiver, junger Drache. Du schläfst
wohl nicht gerne, wie." Minori lächelte wieder dieses bezaubernde
Lächeln bei dem es Nintor immer ganz warm ums Herz wurde.
"Hehehe, erwischt. Ich habe so viel Energie und Entdeckungsdrang in mir
das ich meist einfach nicht schlafen kann. Dann stehel ich mich immer heimlisch
davon und erforsche die Umgebungm zwar passiert nie was besonderes, aber es
ist besser als in der Höhle zu liegen und sich noch mehr zu langweilen."
"Soll das heissen das deine Eltern nicht wissen das du hier bist?"
Fragte Minori zögernd.
"So könnte man das sagen, ja. Ich war heute wieder im Wald unterwegs.
und irgendetwas komisches lag in der Luft, aber ich konnte nicht herausfinden
was. So habe ich den Wald verlassen und beschloßen dich zu besuchen."
"Weil etwas komisches in er Luft lag," fragte Minori verwundert.
"Aber nein, weil ich einfach an dich denken musste. Ich muss oft an dich
denken, aber de Weg zu euch ist so weit, und ich bin noch so klein und kann
noch nicht fliegen. Aber über die letzten zwei Jahre hinweg bin ich kräftiger
geworden, das liegt wohl daran das ich so viel unterwegs bin und nicht nur
faul in der Höhle rumliege. Und so habe ich mir gedacht das es wohl an
der Zeit ist das ich den Weg zu dir locker zu Fuß gehen kann. Und wie
du siehst lag ich nicht falsch, ich bin halt nur etwas zu spät losgelaufen."
Nintor blickte in Minoris Richtung, und irgendwas an ihrem Blick war sehr
sonderbar. Täuschte sich Nintor oder konnte er ein sanftes glitzern wie
dem von Wasser in ihren Augen sehen? Nach kurzem schweigen fragte Minori:
"Du..., hast an mich gedacht?" Nintor fand das ihre Stimme leicht
zitterte, aber er konnte sich auch getöuscht haben, statt danach zu fragen
antwortete er:
"Ja, sehr oft sogar. Weisst du Minori, wir sind jetzt fast zwanzig Jahre
alt. Bei den Menschen mag dies das Alter sein wo sie ausgewachsen und erwachsen
sind, doch in unserem Volk sind wir fast noch kleine Babys. Aufgrund dessen
das wir so alt werden entwickeln wir uns auch wesentlich langsamer als andere.
Und während bei den Menschen schon dann das richtige leben beginnt und
gut ein viertel ihrer Lebenszeit schon verstrichen ist, so spielen wir noch,
tollen herum und genießen die Freiheit die nur Kinder genießen
können. Und auch wenn wir noch Kleinkinder sind, so sind zwanzig Jahre
eine Menge Zeit. Und wir beide kennen uns nun schon seit wir zwei Jahre alt
waren und unsere Eltern uns das erste mal zusammengeführt haben. Wir
kennen uns also schon geschlagene achtzehn Jahre. Meinst du da kann ich dich
einfach so aus meinen Gedanken verdrängen?" Nintor sah eindringlich
zu Minori herrüber. Sie hatte ihren Kopf leicht gesenkt und die Augen
geschlossen. Nintor war sich nun sicher das ihre Stimme gezittert hatte, und
dass das glitzern in ihren Augen Tränen gewesen waren. Und um Minori
etwas abzulenken stupste er sie wieder an. Ganz sanft mit der Spitze seiner
Nase an ihre Wange. Minorie blickte zu Nintor auf und in ihren Augen konnte
Nintor wieder das glitzern von Tränen sehen. Er lächelte sie aufmunternd
an.
"Warum weinst du," fragte er sanft.
"Ach, es ist nichts." Antwortete sie leise, doch Nintor wusste dass
das nicht stimmte.
"Du kannst mir nichts vormachen, bitte erzähl mir was du hast,"
Nintor versuchte sie nicht zu dröngen, er sprach ganz sanft zu ihr, wie
man zu einem kleinen Baby sprach wenn man es beruhigen wollte und wenn man
ihm vermitteln wollte das alles in Ordnung war.
"Ok, ich..., sag es dir." Sie zögerte noch kurz und Nintor
konnte hören wie sie versuchte ihr Naseschniefen vor ihm u verbergen.
"Du hast vollkommen recht, auch wenn wir in den Augen unsere Volkes nur
Kleinkinder sind, so leben wir doch schon zwanzig Jahre. Und auch wenn das,
an einem Drachenleben gemessen, fast nichts ist, so sind zwanzig Jahre eine
lange lange Zeit. Und achtzehn Jahre von diesem Leben kenne ich dich nun schon.
Du bist nicht der einzieg Drachenjunge den ich kenne. Es gibt einige die sind
etwas Älter wie ich, andere sind genauso alt, einige sind jünger.
Und alle kenne ich sie gut zwei Jahre länger wie du. Und trotzdem...,
du bist der einzige an den ich so oft denken muss, der einzige, mit dem ich
dieses besondere etwas Teile. Und ich bin froh zu hören das es bei dir
nicht anders ist. Desshalb weine ich!" Damit schloß Minori ihre
Erklärung, und Nintor war froh das sie es ihm erzählt hatte. Er
kuschelte sich an sie und schob seinen Kopf unter den ihren. Nintor spürte
wie ein leichtes Beben durch ihren Körper ging, offenbar war sie über
diese Berührung überrascht. Aber sie zog sich, was Nintor sehr freute,
nicht zurück, sondern erwiederte die Berührung indem sie sich ebenfalls
an ihn kuschelte. So aneinander gekuschelt schliefen sie schließlich
ein. Und da sie schliefen bemerkten sie auch nicht mehr das eine der Nebenräume
nicht mehr magisch versiegelt war, und sie bemerkten auch nicht das sich in
dem Stroh ein Schatten bewegte.
Minori und Nintor wurden mitten in der
Nacht von Torka geweckt. Es war nun tiefste Nacht, dunkler als jetzt würde
es nicht mehr werden, und es war kühl geworden zwischen den steinernen
Wänden der Felshöhle. Torks massiger Leib bedeckte vollkommen den
Ausgang so das nicht mal das Mond- oder Sternenlicht hineinfiel. Nintor blinzelte
benommen, er war doch müder als er gedacht hatte, kein Wunder, nach diesem
Marsch zum Grausfelsen. Minori war ebenfalls erwacht und schaute zu Torka
hinauf. Nachdem Torka den beiden jungen Drachen etwas Zeit gegeben hatte wach
zu werden, bedeutete er ihnen mit einem Kopfnicken ihm nach draußen
zu folgen. Wiederwillig, total verschlafen und auf wackeligen Beinen folgten
sie ihm ins freie. Hier war es etwas wärmer als in der Höhle, aber
kaum. Nintor sah hinauf zum Himmelszelt wo er einen runden Vollmond umrahmt
von zahllosen Sternen erkennen konnte. Es war eine wunderbare Nacht, viel
zu wunderbar um sie zu verschlafen, aber Nintor war nun mal müde. Und
die Müdigkeit siegte immer. Nintor und Minori setzten sich hin und wartetn
das Torka ihnen sagte warum er sie geweckt hatte. Und nach ein paar Minuten,
in denen Nintor fast wieder eingeschlafen wäre, sagte Torka endlich:
"Nintor, ich muss dich sofort nach Hause bringen!" Vor kurzem noch
total müde und verschlafen war Nintor nun hellwach als er die Worte von
Torka hörten. Aber nicht diese Worte waren es die ihn beunruhigten, sondern
der Klang von Torkas Stimme. Sie war scharf und angespannt, als wären
sie in Gefahr. Und als Nintor all seine Sinne konzentrierte da spürte
er wieder dieses Gefühl das ihn schon einmal im Wald überkommen
hatte. Nur war es diesmal wesentlich intensiver.Nintor blickte sich um, vieleicht
konnte er hier auf dem offenen Felsen ja etwas erkennen. Doch von Feinden
war keine Spur. Statt dessen sah er etwas anderes was ihn sehr überraschte
und gleichzeitig sehr besorgte.Überall auf den Felsen waren Felsendrachen
versammelt. Sie standen wie große Statuen dort und regten sich nicht.
Jeder blickte in eine andere Richtung, und sie standen alle in unmittelbarer
Nähe einer Höhle. Kein Zweifel, die Felsendrachen bewachten ihr
zu Hause. Aber vor was? Nintor schaute sich ein zweites mal um, doch wieder
konnte er nicht erkennen, nur tiefste Dunkelheit und lange Schatten lagen
über dem Felsen, doch von Feinden keine Spur.
"Du wirst nicht wiedersprechen. Du wirst auf meinen Rücken steigen
und ich werde dich so schnell wie möglich nach Hause fliegen," dann
drehte er seinen Kopf zu Minori, "deine Eltern sind ebenfalls wach, ich
habe sie davon unterrichtet wo du warst, aber nun, gehst du sofort nach Hause,
und bleibst dort auch!" Minori und Nintor nickten.
"Dann heisst es jetzt wohl wieder Abschied nehmen," sagte Minori
traurig. Nintor lächelte sie aufmunternd an.
"Hey hey, lass den Kopf nicht hängen. Ich hab den Weg einmal geschafft,
ich werde ihn wieder schafen! Und dann werde ich mich früher auf den
Weg machen, versprochen. Wir werden uns bald wieder sehen!"
"Das ist schön!" Antwortete Minori. Sie verabschiedeten sich
auf die gleiche Weise wie sie sich begrüßt hatten. Sie ließen
ihre Köpfe sich zärtlich berühren. Dann sprang Nintor auf Torkas
Rücken und Minori wandte sich um, um zu ihren Eltern zu gehen. Als sich
Torka aber in die Lüfte erhob drehte sie sich noch einmal um und blicket
voll Sehnsucht Nintor hinter her. Da dieser aber nicht die Möglichkeit
hatte sich auf Torkas schmalen Rücken umzudrehen, konnte er ihre Blicke
nicht mehr sehen. Als sie ein Stück geflogen waren und der Graufelsen
schon mit dem schwarz der Nacht verschmolz fragte Nintor:
"Was war los auf dem Graufelsen. Ich habe ein merkwürdiges Gefühl
gehabt, und alle Drachen warn in Alarmbereitschaft." Erst schwieg Torka,
und Nintor dachte schon er würde nie antworten, doch dann bekam er doch
die informationen die er sich erhofft hatte.
"Wir wissen es selbst nicht. Die meisten sind von dem Gefühl, das
du schon erwähnt hast, wach geworden. Es ist in ihre Seelen geschlichen
und hat ihnen Angst gemacht, sie gleichzeitig aber auch gewarnt. So sind sie
aufgewacht und haben sich vor ihren Höhlen aufgestellt um sie vor möglichen
Feinden zu bewachen. Mehr wissen wir im Momenta ber auch nicht." Nintor
kam das alles merkwürdig vor. Erst hatte er das Gefühl im Wald beim
drachenberg gespürt, zwar nur schwach, aber er hatte es gespürt.
Und nun war es beim Graufelsen, nur wesentlich stärker. Konnte sein das
ihm das geheimnissvolle etwas aus dem Wald zum Graufelsen gefolgt war. Oder
konnte es vieleicht sein das es sich schon im ganzen Land ausgebreitet hatte
und überall anwesend war? Nintor sah nach unten in die tiefe. Die Steppe
raste unter ihnen hinweg und man konnte nicht erkennen, nur verschwommene
Scheme. Da kam der Riesenfelsen auf sie zu, und kurz danach der Bach, nun
war es nicht mehr weit, aber Nintor sah auch etwas ungewöhnliches.
"Bitte flieg mal etwas langsamer Torka, ich glaube da unten ist wer."
Torka flog auf der Stelle langsamer und blickte angestrengt nach unten ind
ie Dunkelheit. Erst konnten beide nicht erkennen, und Nintor hatte die befürchtung
er hätte schon Wahnvorstellungen, als sich plötzlich wieder etwas
im Gras bewegte. Allerdings konnte man nicht erkennen was, von hier oben sah
es aus wie ein zum leben erweckter Schatten der durch das Gras schlich, aber
das konnte nicht sein. Torka ging tiefer, und offensichlich hatte auch das
unbekannte etwas im Gras sie entdeckt, denn plötzlich beschleunigte es
und rannte Richtung Graufelsen. Torka setzte zur Verfolgung an, und hatte
offensichtlich total Nintor vergessen, den er eigentlich nach Hause bringen
wollte. Je näher sie dem schwarzen etwas kamen, desto unwohler fühlte
sich Nintor. Und plötzlich war es wieder da, dieses Gefühl aus dem
wald, und vom Grausfelsen. Doch diesmal zeriss es Nintor fast innerlich. Es
war so intensiv und abgrundtief böse das ihm schlecht wurde. Torka schien
nichts zu fühlen, er raste unbeirrt weiter auf die Gestalt zu die immer
noch nur ein Formloser Schatten war der durch das Gras huschte.
"Torka, pass auf, es ist Gefährlich!" Schrie Nintor über
den Wind hinweg.
"Ich weiß," knurrte Torka, "und es ist auf dem Weg zum
Grausfelsen! Wir müssen es aufhalten." Damit verstummte er wieder
und Torka nahm noch einmal an Geschwindigkeit zu. Nintor wäre fast vom
Rücken Torkas gefallen als dieser zum Sturzflug ansetzte. Aus dem Gras
erscholl ein Markerschütterndes schreien als der Schatten sah das man
ihn eingeholt hatte und nun angriff. Nintor versuchte nun zu erkennen mit
wem sie es zu tun hatten, immerhin waren sie direkt über ihm, aber es
blieb dabei, das schwarze Ding blieb nichts als ein Formloser, Nachtschwarzer
Schatten. Doch eines konnte Nintor nun noch zusätzlich erkennen: Irgendwo
im Zentrum dieses Schattens konnte er zwei wabernde, rote Glühaugen ausmachen.
Torka öffnete seine starken Krallen und ging im extrem schnellen Gleitflug
noch tiefer. Dann holte er aus und packte mit seinen Klauen nach dem Schatten.
Dieser schrie abermals auf. In Tönen die so hoch waren das Nintor Angst
hatte sein Trommelfell würde zerplatzen. Torka griff immer und immer
wieder zu, und obwohl er hätte schwören können das Wesen zu
treffen, blieb es unversehrt und huschte weiter durch das Gras.
"Nintor, ich kann es nicht packen, wir müssen es mit Magie versuchen."
Nintor blickte verdutzt auf den Schatten. Magie? Aber davon hatte er doch
kaum Ahung, er bekam zwar Unterricht bei einem Weisen seines Stammes, aber
er beherrschte nur einfach Grundzauber. Dennoch, Torka hatte recht, wenn sie
es aufhalten wollten, mussten sie alle Karten auspielen die sie hatten. Nintor
blickte zum Himmel, keine Wolke verdeckte die Sterne oder den Mond, und so
vielen die Mondstrahlen ungehindert auf seinen Körper. Dies bedeutet
das seine Magie um ein vielfaches stärker war als normal. Und so fing
Nintor an sich zu konzentrieren, er murmelte eine Uralte Zauberformel, und
plötzlich bildete sich über seinem Kopf eine kleine, helle Lichtkugel.
Als der Schatten dies sah geriet er schier in Panik. Er versuchte abermals
sein Tempo zu erhöhen, aber es gelang ihm nicht, er war an seine Grenzen
gestoßen, und der Anblick der Lichtkugel verlieh ihm auch keine Macht
der Verzweiflung. Die Kugel wurde größer und größer,
und Nintor konnte die Wärme des Lichtzaubers spüren. Nachdem er
die Formel in aller Ruhe zu Ende gesprochen hatte und die Lichtkugel etwa
Fausgroß war blickte er eindringlich auf den Schatten. Der Befehl für
die Lichtkugel dieses Ziel anzugreifen. Sie saust davon und dem Schatten hinterher.
Am Anfang schien es als sei sie nichts chnell genug, und der Schatten war
vollkommen von Sinnen. Schlug Hacken in hohem Gras und lief einmal sogar in
die falsche Richtung. Doch dann wurde die Kugel schneller, sehr viel schneller,
und mit einem Ohrenbetäubenden Geräusch schlug sie mitten im Zentrum
des Schattens ein. Schwarze Schattenfetzen flogen Nintor und Torka um die
Ohren, ein Schrei wie von hundert Wänden zurückgeworfen erschütterte
ihre Körper und ließ Torka in seinem Gleitflug wanken. Ein Teil
des Schattens, der mit dem Auge, flog an Nintor vorbei. Und als er in das
immer noch wabernde, Rotglühende Auge blickte, warf sich ihm eine Woge
abgrundtiefen Hasses entgegen, so das Nintor erneut übel wurde. Torka
ließ sich langsam zu Boden gleiten. Nintor sprang sofort von seinem
Rücken, das zusätzliche Gewicht von Nintor musste Torka bei seinem
Angriff ganz schön behindert haben. Und so ließ sich Torka auch
erst mal erschöpft im Gras niedersinken und atmete hörbar ein und
aus. Auch Nintor ließ sich nieder, der magische Angriff hatte auch all
seine Kräfte verbraucht.
"Was, war das...," keuschte Nintor hervor.
"Ich hab keine Ahnung. Aber es war gefährlich, sehr gefährlich.
Wir hatten glück das wir es überrascht haben, sonst hätte was
weiß ich was passieren können."
"Meinst du es war das einzige?"
"Nein! Ich wette das sich auch welche beim Graufelsen aufhalten, deswegen
dieses komische Gefühl. Aber sie halten sich wohl zurück, wegen
der großen Zahl an Drachen." Torka sollte bald erfahren das er
falsch lag.
"Ich mache mir Sorgen um meine Eltern," sagte Nintor leise und blickte
in die Richtung in der der Drachenfelsen lag.
"Keine Sorge, euer Volk verfügt über mächtige Magie. Der
Mond steht klar am Himmel und du hast gesehenw as alleine du schon gegen einen
dieserSchattena usrichten konntest. Glaub mir, dein Volk ist das welches am
wenigsten in Gefahr ist!" Doch Nintor war sich da nicht so sicher. Wo
kamen diese Schatten auf einmal her? Nintor wusste das es im Lande Tiam keinerlei
Schattenwesen gab, dies war ein friedliches Land. Das konnte nur eines bedeuten.
Sie kamen aus dem Land Jenseits des Taho-Gebirges. Keiner war jemals auf der
anderen Seite gewesen, aber man erzählte sich, das früher, wo noch
mächtige Magier das Land bewohnt hatten, es einen großen Krieg
zwischen gut und böse gegeben hatte. Und nachdem das Gute gesiegt hatte,
wurden die letzten überlebenden in ein Land Jenseits von riesigen Bergen
gebracht, allerdings war das Gebirge kein großes Hinderniss für
die Schattenkreaturen. Und so ließen die Magier das Gebirege wachsen
bis sie glaubten das es unüberwindbar sei. Das Gebirge bekam dann den
Namen "Taho-Gebirge." Taho stand in der alten Sprache für "Unüberwindbar"
und bis heute glaubte man daran das es auch so bleiben würde. Doch so
wie es jetzt aussah, war es wohl doch nicht so ganz unüberwindbar wie
man bisher angenommen hatte. Nach einer kurzen Pause durfte Nintor wieder
aufsitzen und Torka flog den letzten Rest des Weges in einem ungeheuer schnellem
Tempo so das sie nur wenige Minuten brauchten bis der Drachenfelsen in Sicht
kam. Die Neuigkeiten die Nintor dort erwarten würden waren alles andere
als erfreulich.