![]() |
Meine Final Fantasy
7 Story
|
![]() |
Kapitel 1 - Einsicht
.... endlich war es soweit. Nun konnte
Cloud mit seinem Erzfeind Sephiroth abrechnen. Viele Kämpfe hatten er
und seine Kameraden überstanden. Sie hatten gelitten, sie hatten gekämpft.
Sie hatten Freunde und geliebte verloren und neue Freunde und Hoffnung gewonnen.
Doch nie würde es für Cloud eine Ende geben wenn er nicht ihn, Sephiroth,
ein für alle mal aus seinem Leben und dem der anderen auslöschen
würde. Hier, irgendwo im Nichts, standen sie sich gegenüber, beide
erfüllt von dem Willen den anderen zu töten und selbst zu überleben.
Sie starrten sich an.... Keiner bereit den ersten Angriff zu starten, die
Schwerter fest in den Händen. Die Spannung die zwischen beiden lag war
fast greifbar, immer fester schloß sich der Griff um die mächtigen
Waffen. Äderchen traten unter der Haut hervor. Knochen spannten die Haut
bis aufs äußerste und brachten sie fast zum zerreißen. Cloud
schob seinen linken Fuss ein Stück nach vorne, seinen rechten leicht
zur Seite um bei einem plötzlichen Angriff besseren Stand zu haben, leicht
senkte er sein Schwert und blickte Sephiroth dabei unentwegt in seine Augen.
Er visierte ihn an. Wenn Blicke töten könnten dann wäre keiner
der beiden mehr am Leben. Würden Blicke Blitze sprühen würde
hier ein Gewitter ohne gleichen toben. Sephiroth setzte ein verschmitztes
lächeln auf. Er blickt Cloud an, er forderte ihn heraus und stachelte
ihn an um ihn zum ersten Angriff zu bewegen. Doch Cloud hielt stand. Er würde
sich nicht mehr von dieser Kreatur beeinflussen lassen. Er würde siegen,
diesen Kampf gewinnen, die Welt retten und dann wieder mit seinen Freunden
zusammen sein. Er würde endlich Zeit und Ruhe finden mit Tifa schöne
Stunden zu verbringen. Er würde mit Nanaki, Barret, Vincent, Yuffie,
Cid und auch Cait Sith feiern und sie würden diese Welt besser machen
als sie vorher war. Eine Welt ohne Jenova, ohne den Shinra Konzern und....
ohne Sephiroth.
"Du nutzloser Klon bist wohl zu feige um anzugreifen," höhnte
Sephiroth mit einem kalten lächeln auf den Lippen.
"Und du armer fehlgeleiteter Irrer weißt dir auch nicht besser
zu helfen als große Sprüche zu klopfen, wo du doch genau weißt
das du verlieren wirst," konterte Cloud und stachelte die Hitze des Gefechts
damit noch an.
"Pah hahahahaha," lachte Sephiroth und warf den Kopf in den Nacken.
Seine langes silbernes Haar wallte um seine Schultern als würde Wind
hindurch brausen. Ein leises "grrrrrrrrrrr" war alles was Cloud
noch über die Lippen brachte. Seine Augen verengten sich zu funkelnden
Schlitzen, sein Haltung wurde noch angespannter. Starr und regungslos, die
Atmung auf ein Minimum abgesenkt, sah er aus wie eine Statue.
"Du abscheuliches Wesen, ich werde dir zeigen wer der stärkere ist,
ich werde dir beweisen das nicht ich sondern DU derjenige bist der hier nutzlos
ist, ich werde dich vernichten und damit der Welt den Frieden bringen...."
mit diesen Worten startete nun doch Cloud seinen ersten Angriff.
"Du armer Narr glaubst du könntest mich besiegen? Nur weil du und
deine Freunde Jenova und ein paar Mutationen besiegt habt? Nur weil ihr es
geschafft habt bis hierher vorzudringen? Doch deine Freunde sind nun nicht
hier! Nur du und ich, alleine, im Nichts. Hier können dir deine Freunde
nicht helfen und so werden sie auch nicht verhindern können das ich dich
töten werde!"
Sephiroth sprang nach vorne. Beim landen ging er gekonnt in die Knie und zog
sein Masamune steil nach oben. Cloud, der ebenfalls gesprungen war um seinem
Gegner den Schädel zu spalten, ließ seine Klinge mit voller Kraft
niedersausen und krachte mit einem ohrenbetäubenden klingen auf Sephiroths
Schwert. Erst erzitterten nur die Klingen, dann wurden die Schwingungen immer
stärker und übertrugen sich auf die Körper der Kämpfer.
Es war wie bei einem Erdbeben das beide zu Boden fallen ließ. Sofort
war Sephiroth wieder auf den Beinen. Da er schon in der Hocke gewesen war
hatte er sich schnell nach hinten abrollen lassen und war dann sofort wieder
aufgestanden. Cloud dagegen wurde regelrecht nach hinten geschleudert, und
bevor er auch nur festen Boden unter sich hatte startete Sephiroth schon seinen
nächsten Angriff.
"Stirb," schrie er und sein Blick war nun ebenfalls kalt und sein
Gesicht unbewegt. Cloud schlug hart auf dem Boden auf, er war leicht benommen
und es drehte sich alles ein wenig, Sein Schwert hatte er noch in der einen
Hand, doch fühlte sich alles irgendwie Kraftlos an. Es kam ihm vor wie
Zeitlupe. Er sah Sephiroth der schon wieder auf den Beinen war, Schweiß
glänzte auf seinem nackten Oberkörper und das Haar bewegte sich
im Rhythmus zu seinen Bewegungen. Er konnte erkennen wie Sephiroth sein Masamune
fester packte und es auf seine rechte Seite zog. Er hatte seine Arme nach
hinten verlagert, die lange scharfe Klinge ragte weit hinter Sephiroth hinaus,
offensichtlich holte er zu einem mächtigen Angriff aus. Er stürmte
auf Cloud zu und es schien ihm so als schrie er etwas doch er konnte es nicht
verstehen.
"Ich muss mich verteidigen sonst ist das mein sicherer Tod," dachte
sich Cloud im stillen. Er zog seinen Schwertarm heran und richtete sich auf
die Knie. Irgend etwas schmerzte höllisch in seinem Bein..., er beachtete
es nicht. So schnell er noch konnte zog er sein Schwert vor sich, legt nun
auch die rechte Hand um den Schwertgriff und versuchte aufzustehen. Sephiroth
war ihm nahe, das spürte er, dazu brauchte er nicht aufzusehen. Cloud
nahm sein rechtes Bein nach vorne und stütze sich auf ihm ab. Das linke
noch auf dem Knie merkte er nun doch intensiver den Schmerz. Er hatte sich
bei der Landung wohl einen Knochen im Bein gebrochen und das war ein Problem.
Er durfte es nur nicht Sephiroth wissen lassen! Er musste die Zähne zusammenbeißen.
Er schloß kurz die Augen und dachte an seine Freunde. Er sah Barret,
den mürrischen Avalanche Kämpfer der immer etwas zum meckern hatte
und sich doch liebevoll um seine Tochter Marlene kümmerte. Er sah Nanaki,
den wohl letzten seiner Art der unter Hojo gelitten hatte und der herausgefunden
hatte das sein Vater doch kein Feigling war. Er sah Vincent, immer düster
und in sich gekehrt und Yuffie die wohl das genaue Gegenteil und dazu noch
eine Diebin war. Dann tauchte Cid auf, der endlich den Weltraum gesehen hatte
und Cait Sith, eine Stoffpuppe mit der unbekannten Stimme und doch ein guter
Freund. Schließlich sah er das Gesicht und die Gestalt von Tifa, seiner
geliebten, sie lächelte ihm zu und schenkte ihm einen fliegenden Handkuss.
Und bevor er die Augen wieder öffnete sah er Aeris. Das zarte junge und
freundliche Gesicht von ihr, die sich für die Rettung der Welt geopfert
hatte. Dieser letzte Gedanke und das Bild von Aeris gaben ihm Kraft aufzustehen.
Er verlagerte sein ganzes Gewicht auf das heile rechte Bein und setzte das
linke nur so leicht auf das es aussah als würde er fest stehen es aber
nicht allzusehr weh tat. Als er aufblickte verlief die Zeit wieder normal.
Sephiroth stürmte geradewegs auf ihn zu und zog grade siegessicher sein
Schwert von unten herauf. Cloud tat einen vorsichtigen Schritt zurück,
immer bemüht das Gesicht unter schmerzen nicht zu verziehen. Als Sephiroths
Klinge heransauste schob Cloud grade rechtzeitig seine eigene dazwischen.
Wieder gab es ein ohrenbetäubendes Krachen. Funken sprühten und
die Schwerter blieben gekreuzt zwischen den Rivalen in der Luft stehen. Sephiroth
hatte die Wucht seines Schlages kurz vor dem Aufprall abgeschwächt. Auch
er wollte nicht riskieren davongeschleudert zu werden. Und so hatten die Schwerter
die ganze Wucht aufgenommen und neutralisiert. Beide standen sich gegenüber,
die Schwerter fest gekreuzt und funkelnden sich an. Doch Cloud spürte
das er sich in dieser Stellung nicht lange halten konnte. Sein linkes Bein
schmerzte schwach doch sein rechtes gab unter der ganzen aufkommenden Kraft
und des Gewichtes langsam nach. Sephiroth beobachtete Cloud ganz genau und
begann zu lächeln.
"Du hast dir doch nicht etwa bei deinem Sturz eben das Bein gebrochen
oder etwa doch?" Sephiroth ließ einen kurzen Blick zum linken Bein
wandern und dann blickte er wieder in Clouds leuchtend blaue Augen.
"Was würde wohl passieren wenn ich dir mit meinem Schwert einen
kleinen Stoß nach vorne versetzen würde?" Sephiroth lächelte
nun Böse und kaltherzig, Cloud dagegen blickte völlig ausdruckslos,
er konzentrierte sich ganz auf sein Bein um nicht einfach umzufallen.
"Ich denke du warst von Anfang an zu siegessicher mein Freund,"
sagte er kalt "Du hattest nicht den Hauch einer Chance, das war nicht
mal ein richtig guter Kampf. Ein Schlagabtausch und schon hat es dich erwischt.
Simple Menschen sind eben doch nichts weiter als schwächliche kranke
Kreaturen. Aber ein Klon, so wie du, ist nur ein Abfallprodukt!" Das
war zuviel des guten. Seine ganzen restlichen Kräfte mobilisierend zog
Cloud sein Schwert nach oben und löste sich somit von Sephiroth. Dieser
tat einige verdutze Schritte zurück faste sich aber schnell wieder. Cloud
nutze die Gunst der Überraschung und ging auf Sephiroth los. Das Schwert
vor sich und bereit es in den blanken Körper seines Feindes zu bohren
vergaß er die Schmerzen einfach und rannte los. Er wusste das dass sein
Körper nicht lange aushalten würde. Wenn alle Kraft aufgebraucht
war würde er, Schmerzen hin oder her, einfach vor Sephiroths Füssen
zusammenbrechen, unfähig noch einmal aufzustehen. Deswegen musste er
es jetzt zu Ende bringen oder sterben!
"Narr," sagte Sephiroth noch bevor er sich wieder ganz gefangen
hatte " Ich habe noch viel zu viele Kraftreserven um mich jetzt noch
von dir besiegen zu lassen. In deinem jämmerlichen Zustand wärst
du nicht mal einem einfach Insekt ein würdiger Gegner. Gib lieber auf
und stirb einen halbwegs ehrenvollen Tod durch mein Schwert."
"Niemals, werde ich mich dir ergeben, ich werde kämpfen, bis ich
keine Kraft mehr habe, und solange ich noch stehen kann, werde ich diese Welt
und meine Freunde vor dir beschützen," doch Cloud wusste selber
das da keine Kraft mehr war und er wusste das er auch nicht mehr lange stehen
würde. Nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte dachte er sich, dann
war er direkt vor ihm und konnte seine Klinge in Sephiroths Körper stoßen.
Er würde diesen Anblick genießen, er würde zusehen wie er
starb und dann zurückkehren zu seinen Freunden. Doch Sephiroth war schneller!
Noch bevor Cloud auch nur in Reichweite von ihm war streckte Sephiroth sein
Schwert einfach nach vorne. Unfähig unter all dem Schmerz noch klar zu
denken und zu reagieren rannte Cloud einfach weiter, direkt in Sephiroths
Klinge. Es war wie ein kalter Wind der durch Clouds inneres strich. Ein kurzer
Kalter Windhauch und dann schon wieder vorbei. Cloud ließ sein Schwert
fallen. Sein Rechter Arm war vollkommen taub. Er konnte ihn nicht mehr bewegen
geschweige denn sein Schwert damit halten. Er blickte zu seinem linkem Arm.
Die lange Klinge steckte direkt in seiner Schulter, nein, sie hatte sie durchbohrt.
Hinten trat die blutige Klinge wieder aus. Dann richtete er seinen Blick auf
Sephiroth, dieser lächelte kalt, denn er wusste, er hatte gewonnen! Langsam
drehte er seine Klinge in Clouds Schulter.
"Na, wie fühlt sich das jetzt an?"
"Arrrrrrrrrrghhhhhh," Cloud schrie unter Schmerzen auf, das war
das einzige was er konnte. Er umfasste mit seiner linken Hand die Eiserne
Klinge die seine Schulter durchbohrt hatte als wolle er halt an ihr finden
und viel dann Kraftlos zu Boden. Seitlich lag er mehr als das er sass auf
seinem rechten noch heilen Bein. Sephiroths Schwert hatte sich als wäre
es durch Butter gefahren problemlos wieder aus der Schulter ziehen lassen.
Das Schwert in der einen Hand und die andere in der Hüfte abgestützt
blickte Sephiroth voller Genugtuung auf Cloud hinab. Dieser hatte seine rechte
Hand auf die blutende Wunde in der linken Schulter gepresst. Sein Kopf war
gesenkt so das Sephiroth nicht sehen konnte wie sein Gesicht vor Schmerzen
verzerrt war.
"Bringen wir es zu Ende, es ist zwar ein wundervoller Anblick dich so
leiden zu sehen doch ich muss noch einigen Aufgaben nach gehen. Zuerst werde
ich dein Freunde auslöschen, denn ich will ja nicht riskieren das sie
dich rächen wollen," sagte er so kalt das Cloud regelrecht unter
diesen Worten fror "und dann werde ich wie geplant eins mit dieser Welt
und dann mächtiger wie ein Gott sein HAHAHAHA." Sephiroth warf erneut
den Kopf in den Nacken und lachte laut und schallend. Cloud wusste das es
jetzt bald niemanden mehr geben würde der ihn aufhalten konnte. Aeris
war tot und ohne Cloud seine Freunde und deren wissen würde Heilig niemals
erstrahlen und den Kometen aufhalten können. Cloud war zum weinen zumute.
Doch er konnte sich hier, obwohl alles vorbei war, nicht die Blöße
geben und vor Sephiroth anfangen zu weinen. Doch all die Trauer und all die
Erinnerungen waren stärker. Und so spürte Cloud erst nur den Kloß
im Hals und dann wie seine Augen langsam aber sicher feucht wurden. Und ehe
er sich versah rollte eine einzelne dicke Träne seine Wangen hinunter
und tropft auf den Boden.
"Tränen.............," Sephiroth blickte wieder auf Cloud hinab.
Sein Gesicht war nun unbewegt als würde er sich versuchen zu erinnern.
Eine geraume Zeit verging dann schüttelte er denn Kopf als wolle er etwas
loswerden und schließlich war sein Blick wieder kalt.
"Alles Schwachsinn, Trauer, Freundschaft und Liebe. Das braucht niemand.
Es macht einen nur schwach und verletzlich. Das ist der Grund warum das Böse
so stark ist und letztendlich siegen wird." Sephiroth straffte seinen
Körper. Er umklammerte den Schwertgriff fester mit beiden Händen
und holte zum finalen Schlag aus.
Als er grade sein mächtiges Schwert niedersausen lies um dem verletzten
und völlig hilflosen Cloud den Rest zu geben blitzte es grellgrün
auf und Sephiroths Schwert prallte an einer starken Barriere ab die Cloud
plötzlich umgab!
"STOP," rief eine unbekannte Stimme. Sie hallte durch den ganzen
Raum und schien von überall her zu kommen. Das einzige was man erkennen
konnte war: diese Stimme war weiblich!
"Wie hast du das gemacht," fauchte Sephiroth Cloud hasserfüllt
an, doch dieser beachtete ihn gar nicht. Cloud blickte verwundert in alle
Richtungen. Mal nach links, dann nach rechts und schließlich auch nach
oben. Doch weder er noch Sephiroth konnten jemanden entdecken. Sephiroth holte
erneut zum Schlag aus, in einem weiten Bogen schwang er sein Schwert über
seinen Kopf und mit voller Wucht nieder auf Cloud. Doch wieder prallte es
am Schild ab. Cloud zuckte zusammen als es erneut grellgrün direkt über
ihm aufleuchtete und die Klinge nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt
abprallte. Sephiroth wurde wütend. Im stieg Zornesröte ins Gesicht
und immer und immer wieder holte er aus und schlug auf die Barriere ein, doch
sie brach nicht. Viele kleine grüne Blitze zischten durch die Gegend
und um Sephiroth rum, kleine grüne Rauchwolken schlängelten sich
langsam um die lange Klinge. Doch die Barriere hielt. Es gab kein durchkommen,
diese Barriere war eine der stärksten die Sephiroth jemals gesehen und
erlebt hatte und noch dazu schütze sie Cloud davor von ihm getötet
zu werden.
"Aufhören hab ich gesagt, lass ihn in Ruhe Sephiroth." Die
Stimme hörte sich mächtig an fand Cloud, aber was noch komischer
war, sie kam ihm bekannt vor!
"Wer ist da, wer schützt diesen Kerl, zeig dich," schrie Sephiroth
in die leere. Doch immer noch war niemand zu sehen. Hatten sie es hier vielleicht
wirklich mit einem Gott zu tun, beziehungsweise einer Göttin?
"Cloud, ist alles in Ordnung, kannst du noch etwas aushalten," die
Stimme schien sehr besorgt zu sein um Cloud.
"Ja es geht schon, solange ich weiss das er mir nichts anhaben kann ist
es erträglich denn dann weiss ich das es noch nicht zu Ende ist!"
Cloud schloss kurz die Augen. Ihm war noch nicht ganz bewusst das er grade
gerettet worden war. Kurz vor seinem sicheren Ende war jemand unbekanntes
aufgetaucht und hatte ihn gerettet. Noch dazu kannte diese jenige wohl sowohl
Sephiroth als auch ihn Cloud. Und Cloud könnte schwören das er diese
Stimme kannte. Doch konnte er sich nicht richtig konzentrieren und so blieb
alles in einem undeutlichen Nebel stecken. Cloud beobachtete die Umgebung.
Seine Schulter tat noch sehr weh aber sie hatte aufgehört zu bluten.
Sein linkes gebrochenes Bein lag leicht verdreht neben ihm, sein rechtes Bein
war schon lange eingeschlafen so das er sich nun mit dem rechten Arm abstützen
musste um nicht einfach umzufallen. Sephiroth stand einfach nur da. Sein rechter
Arm hing locker an seiner Seite, in der Hand sein Schwert das auf den Boden
aufgestützt war! Seine Gesicht lag in Falten. Er hatte die Stirn stark
gerunzelt und blickte misstrauisch abwechselnd in alle Richtungen.
"Ich kenn dich............," sagt er plötzlich, "ich habe
deine Stimme schon mal gehört. Nur weiss ich nicht mehr wo und zu wem
sie gehört." Nichts, nur schweigen und stille folgten auf Sephiroths
Worte. Auch Cloud hätte gerne gewissheit gehabt wer ihn da gerettet hatte.
Doch diejenige wollte sich wohl nicht zeigen. Und was sollte dann werden?
Sollte er ewig hier unter der Barriere sitzen mit Sephiroth direkt vor seiner
Nase? Und würde die Barriere irgendwann brechen? Er wusste es nicht,
er wusste nur eines, er wollte nicht sterben, nicht hier, nicht jetzt und
nicht so.
"Na wie ist das, kurz vor dem Ende gerettet zu werden von einer unbekannten?"
Sephiroth blickte ihn kalt an, Cloud wusste das er mehr als wütend war.
Und Cloud war mehr als dankbar dafür das man ihn gerettet hatte auch
wenn er nicht wusste wer es getan hatte.
"Ich bin dankbar dafür das es nicht zu Ende ist und das es für
diese Welt noch Hoffnung gibt, mehr nicht."
"Jaja, die Hoffnung, ich würde sagen das war reines Glück.
Mehr nicht, denn ansonsten wärst du jetzt Tod!"
Wieder trat stille ein. Und die Zeit schien stehenzubleiben. Hier im nichts
zu sitzen und zu warten, seinen Feind direkt vor Augen und machtlos. Es hätten
Sekunden sein können aber auch Jahre die in diesem Raum verstrichen waren.
Cloud spürte die Schmerzen in Bein und Arm schon nicht mehr, sein Blick
war nun auf Sephiroth gerichtet der abwesend zur Seite blickte. Offenbar wartete
er darauf das sich jemand zeigte. Jemand den er unweigerlich angreifen und
vernichten könnte um die schützende Barriere um Cloud zu zerstören
und ihn zu töten.
"Hört auf euch so anzugiften," ertönte die Stimme von
neuem, diesmal energischer.
"Zeig dich endlich," rief Sephiroth und ballte wütende die
Fäuste.
"Geduld, Geduld...," sagte die Stimme und Ruhe durchflutete wieder
den Raum. Cloud blickte auf den schwarzen Boden. Wo waren sie hier eigentlich?
Waren sie hier im inneren des Planeten? Nein, das konnte nicht sein, da waren
sie schon gewesen und dort sah es ganz anders aus. War dies eine andere Art
von Bewussteins Ebene? War dies vielleicht das Bewusstsein von Sephiroth oder
gar von dem Planeten selbst? Oder war dies vielleicht ein Teil vom Lebensstrom?
Jedenfalls war er hier her gekommen. Sephiroth hatte gelacht, nach Clouds
Sieg über seine Mutanten hatte er nur dieses schallende lachen in seinem
Kopf gehört und ist ihm gefolgt. Er ist geflogen, zumindest hatte es
so ausgesehen, er hatte sich ganz leicht und behütet gefühlt, und
als er die Augen geöffnet hatte, hatte er in Sephiroths grinsendes Gesicht
geblickt. Er hatte ihn gesehen wie er dastand, mit nacktem Oberkörper,
dem Schwert in der Hand und seine Augen direkt auf die seinen gerichtet und
er hatte nichts besseres zu tun als zu grinsen. Cloud musste feststellen das
er nicht wusste wo er hier war. Es war alles nur schwarz und es schien keinen
Anfang und keine Ende zugeben, aber dennoch hatten sie festen Boden unter
den Füssen, soviel war sicher!
"Du bist im Überall und dem Nirgendwo Cloud," das war die bekannte
Stimme der Frau die ihn gerettet hatte, "du bist im Bewusstsein der Geister
und Seelen. Wo alles gleich und doch verschieden ist. Wo etwas beginnt und
gleichzeitig endet. Wo alles möglich ist und du doch von Grenzen umgeben
bist. Hier kannst du leben oder sterben. Hier kannst du bleiben oder gehen.
Hier findet der Kampf der Seelen statt!" Kampf der Seelen? Was hatte
das zu bedeuten? Waren damit er und Sephiroth gemeint? Er und Sephiroth, hier
in diesem fremden Bewusstsein, die kämpften weil sie Erzfeinde waren?
Cloud wusste es nicht. Cloud wusste gar nichts mehr, in ihm war alles leer.
Er wollte nur noch zurück, zurück zu seinen Freunden und Tifa....
Er wollte sich ausruhen mit dem Wissen das die Welt gerettet war! Und dann
sein Leben leben. Er dachte an Aeris, die er so gemocht hatte. Sephiroth hatte
sie ihm weg genommen. Er hatte sie einfach umgebracht weil sie eine Gefahr
für ihn war. Und trotzdem war sie mit einem lächeln auf den Lippen
gestorben. Cloud wollte aufstehen und ihren Tod rächen. Er wollte sich
für all das rächen was Sephiroth ihnen angetan hatte. Doch er konnte
es nicht er war hilflos. Cloud schaute nach oben, zumindest dachte er das
dort oben war, und betete stumm zum Planeten und zu Aeris das sie ihm doch
helfen mögen damit er Sephiroth vernichten könnte.
"Ich helfe dir doch Cloud!" Cloud richtete sich ruckartig auf, ein
bissen zu ruckartig, denn sofort meldeten sich Arm und Bein gleichzeitig wieder
und jagten im einen Schmerzwelle durch den ganzen Körper.
"Schhhhhzzzzz," war alles was er hervorwürgte. Dann blickte
er sich verwirrt um und dachte an die Worte eben. Sie half ihm doch? Kannte
er sie? Cloud dachte nach. Er versuchte sich genau an die Stimme zu erinnern.
Er wusste das er diese Stimme kannte, doch woher?
"Ihr scheint euch ja auch zu kennen," sagte Sephiroth stumpf. Auch
er schien noch zu überlegen wer die geheimnisvolle Stimme war! Plötzlich
blickte Cloud auf. Ganz langsam hob er den Kopf. Sephiroth beobachtete ihn
gespannt. Er konnte sehen das Clouds Augen noch heller leuchteten als sie
es für gewöhnlich schon taten. Und sein Gesicht war gezeichnet von
entsetzen! Doch, wie es Sephiroth selbst feststellen musste, es war kein negatives
Entsetzen. Es war positiv. Cloud war gezeichnet von so starkem erstaunen das
es Sephiroth fast erschreckte.
"Was hast du," fragte Sephiroth besorgter als es klingen sollte.
"Kann das sein, kann das wirklich war sein oder ist es nur Zufall und
Einbildung?"
"Nein Cloud, es ist die Realität. Es ist keine Einbildung, es ist
alles so wie es ein soll!" Cloud schüttelte den Kopf als wolle er
einen hartnäckigen Traum nach einer schlaflosen Nacht abschütteln.
Doch als er wieder aufblickte stand Sephiroth immer noch vor ihm und blickte
ihn verwundert an. Nein, es war wirklich alles Realität. Die Stimme,
der Raum, das Bewusstsein und dann war diese Stimme....
"Aeris?" Sephiroth riss bei dieser Frage die Augen auf als wollten
sie aus seinen Höhlen springen. Doch er sagte nichts und die Frage blieb
wie dicker Nebel im Raum hängen.
"Ja Cloud, ich bin es, ich bin hier um dich zu retten und um die Einsicht
zu bringen." Cloud standen Tränen in den blauen Augen. Er konnte
es einfach nicht glauben doch es war Wirklichkeit. Aeris war hier, sie hatte
ihn gerettet. Ihre Kraft im Lebensstrom hatte ihn vor Sephiroth beschützt.
Nun schloss sich der Kreis. Sephiroth hatte Aeris getötet, unfair und
aus dem Hinterhalt und dafür rettete Aeris nun Cloud um ihm die Möglichkeit
zu geben doch alles noch zu retten. Cloud sah mit durch Tränen verschwommenem
Blick zu Sephiroth. Dieser stand stocksteif da. In seinem Gesicht stand das
blanke entsetzen geschrieben. Seine türkisfarbenen Augen stand weit offen.
Während der linke Arm einfach nur grade herunterhing, hatte sich der
rechte verkrampft und die Hand klammerte sich so stark um den Schwertgriff
das die Knochen weiss unter der Haut hervortraten. Cloud bemerkte es, man
konnte es nicht übersehen. Der sonst so Willensstarke und übermütige
Sephiroth hatte Angst! Er zitterte nicht den er hatte offensichtlich einen
Schock. Er hatte Aeris getötet und das wusste er, er wollte ihr damit
die Kraft rauben Heilig zu aktivieren und damit den Planeten zu retten. Doch,
offensichtlich lebte sie weiter. Als ruhelose Seele einer verstorbenen Cetra,
der letzten Cetra überhaupt! Sie war Teil des Lebensstromes, oder auch
nicht, jedenfalls schien sie noch ihren eigenen Willen zu haben. Und sie schien
durchaus noch fähig zu sein zu handeln! Was mochte Sephiroth jetzt wohl
denken? Ob er wohl grade daran dachte zu sterben? Immerhin hatte Aeris allen
Grund dazu ihm auch den Tod zu wünschen, und bestimmt war sie in der
Lage ihm den Tod zu bringen. Doch Cloud war sich sicher, trotz all der Rache
und Hass Gefühle gegen Sephiroth, Aeris würde ihm weder den Tod
wünschen noch ihm den Tod bringen. Sie war ein zu herzensguter und Weltverbundener
Mensch als das sie dies tun würde. Nein, Aeris würde ihn leben lassen,
und höchstens darauf aufpassen das er keinen weiteren Unsinn anstellte,
ihn Notfalls einsperren, aber töten, nein! Plötzlich regte sich
Sephiroth, er ging ein paar stockende Schritte rückwärts und hätte
beinahe sein Schwert fallen gelassen. Nun, da er wieder zu sich gefunden hatte,
kam auch das Angstvolle zittern das bisher ausgeblieben war. Cloud schaute
nach vorne, dorthin wo seiner Meinung nach auch Sephiroths Blick ruhte. Er
schaute um zu sehen was ihn so erschreckt hatte, so sehr das er sogar zurückwich.
Cloud riss die Augen auf. Was er sah lies auch seinen Atem stocken. Er stützte
sich instinktiv besser mit seinem rechten noch heilen Arm ab und verlagerte
sein Gewicht besser. Der Schmerz war wieder verschwunden. Und nun konnte er
in Ruhe dem ungewöhnlichen treiben vor ihm zuschauen. Er hätte sowieso
nicht entkommen können, immerhin war die Barriere immer noch um ihn.
Diese hinderte zwar Sephiroth daran ihn zu erreichen aber sie hinderte auch
Cloud daran aus ihr zu entkommen. Vor ihm, ein wenig entfernt mitten im schwarzen
Raum begann der Boden grünlich zu glühen. Erst war es ganz schwach,
kaum zu erkennen. Doch allmählich wurde es immer stärker und intensiver.
Verschiedene Farbtöne, die sich zwischen weiss und grün bewegten,
mischten sich und schwammen wieder auseinander. Es war wie eine kleine Nebelschwade
die direkt und flach über dem Boden lag. Es waberte und bewegte sich
aber weder wurde die Fläche kleiner noch wurde sie größer.
Sie blieb immer gleich und es schien erst als würde nicht mehr passieren
doch kaum hatte Cloud nur daran nur gedacht geschah auch schon wieder etwas
vor ihm im dunkeln. Aus der kleinen, grünen, flachen Nebelscheibe züngelten
kleine, dünne Fäden hervor. Erst konnte Cloud nichts damit Anfangen,
als ihn das leuchten stark an ein leuchten aus einem früheren Ereignis
erinnerte. Die kleinen schwachen Fäden züngelten sich frei und in
verschlungenen Bewegungen in die Höhe und nahmen dabei an Stärke
und Leuchtkraft zu. Übereinander und untereinander durch, Kreuz und Quer
schossen sie durch die Luft doch schafften sie es sich dabei nicht zu verknoten.
Auch diese Fäden waren von dem gleichen Farbton wie der Nebel aus dem
sie kamen. Cloud spürte plötzlich unendliche Wärme in seinem
Körper. Als er an sich herunter blickte sah er das sein ganzer Körper
ebenfalls in einem sanften grün schimmerte. Er war voller Frieden, und
blickte mit einem sanften lächeln auf den Lippen zu Sephiroth auf. Und
voller Verwunderung stellte er fest das auch dieser in einem sanften grün
schimmerte. Sephiroth war noch immer angespannt, seine starken Muskeln waren
straf gespannt, seine Hände und seine Gliedmaßen verkrampft, doch
in seinen Augen konnte man erkennen das eine stärkere Macht dabei war
ihn zu bezwingen. Langsam lösten sich die Verspannungen. Erst lockerten
sich seine Hände, soweit bis sein Schwert einfach aus der Hand viel,
dann lockerten sich Muskeln in Armen und Beinen, die Schulter sanken entspannt
nach unten und die Falten verschwanden aus seinem Gesicht. Langsam gingen
die Augen auf Halbmast und man konnte sagen das Sephiroth sehr entspannt und
geradezu friedlich aussah. Plötzlich viel er mit einem Bein auf die Knie.
Das andere stand gebeugt auf dem Boden. Schließlich viel er einfach
nach hinten und so blieb er da sitzen. Ein Bein stand angewinkelt vor ihm,
das andere lag auf dem Boden. Seine Arme hatte er nach hinten gestreckt und
stütze sich mit ihnen ab. Als das grüne Licht von ihm schwand schien
auch sein Verstand wiederzukehren. Er blickte sich leicht verwirrt und verwundert
um, blieb aber sitzen. Er blickte kurz zu Cloud hinüber und ihre Blicke
begegneten sich. Cloud lächelte immer noch, eigentlich wollte er gar
nicht lächeln, zumindest nicht zu Sephiroth, aber er konnte einfach nicht
anders, denn von ihm hatte das Licht noch nicht abgelassen. Plötzlich
riss Sephiroth erneut die Augen auf, doch dabei ruhten seine Augen immer noch
auf Cloud. Zitternd hob er eine Hand und deutete auf Clouds Schulter.
*Cloud, deine Schulter...," war alles was er sagte. Cloud folgte seinem
Finger und blickte auf seine linke Schulter. Wo zuvor noch eine Blutverkrustete
Wunde gewesen war die schmerzte und wohl schwer verheilt wäre war jetzt
nichts weiter als ein zerfetztes und blurdurchtränktes Stück Stoff.
Cloud hob die rechte Hand und fühlte die Stelle ab. Er schaute durch
das Loch im Hemd hindurch und sah nichts weiter als heile Haut, nichts war
zu sehen von einem Loch oder gar einer Narbe. Da war nichts als glatte Haut
und schon bemerkte er die nächste Veränderung. Er konnte auf seinen
Beinen sitzen. Vorsichtig zog er sein linkes Bein an den Körper. Er tastete
es ab, bewegte es erst langsam dann schneller doch es tat nicht im geringsten
weh. Auch der Bruch war verheilt. Cloud ging vorsichtig in die Hocke. Er musste
sich ducken um nicht an die Barriere zu stossen, und tatsächlich, sein
Bein war heile und er konnte es wieder problemlos belasten. Cloud setzte sich
wieder hin in einen bequemen Schneidersitz und blickte wieder zurück
zu Sephiroth.
"Es ist vollkommen verheilt," teilte Cloud Sephiroth mit.
"Wie ist das möglich?"
"Ich weiss es nicht, es liegt wohl an Aeris....," er lies diese
Tatsache im Raum stehen und blickte wieder zu dem grünen leuchten. Sephiroth
tat es ihm gleich. Die grünen Lichtfäden waren noch weiter in die
Höhe gestiegen, auch schienen sie dicker geworden zu sein und ihr Geflecht
hatte sich verdichtet. Immer Höher stieg es, immer dichter wurde das
Netz aus grünen, dicken und dünnen Fäden. Schließlich
war das Netz so dicht das Cloud die einzelnen Fäden nicht mehr unterscheiden
konnte und es aussah als würde dort eine riesige, schmale, grün
leuchtende Säule aus Licht stehen. Cloud hatte so eine Vorahnung was
passieren würde, doch, um es Sephiroth nicht noch schwerer zu machen,
behielt er seine Gedanken für sich. Sephiroth hatte im Moment ein wenig
Frieden gefunden, obwohl das bei einem Mann wie ihm kaum vorstellbar war.
Sephiroth saß auf dem Boden und starrte die Lichtsäule regelrecht
an, aber dennoch war er entspannt was man an seinem Gesicht und der Haltung
wie er saß ansah. Auch Cloud hatte momentan seinen Frieden gefunden.
Eigentlich wollte er Sephiroth hassen, er wollte ihn töten und leiden
sehen, doch er konnte es nicht. Ganz im Gegenteil, in diesem Moment tat im
Sephiroth leid, denn Aeris war hier und mit ihr Erinnerungen an die Vergangenheit,
eine schreckliche Vergangenheit. Und Cloud war sich sicher das auch Sephiroth
Schuldgefühle kannte, aber auch wusste was Angst ist. Den Angst hatte
er, Angst vor Aeris, Angst vor einer Bestrafung für seine Taten. Cloud
blickte Sephiroth an und studierte sein Gesicht, es war entspannt und unbewegt
aber in seinen Augen konnte man erkennen das er Angst hatte.
"Spürst du sie auch," fragte Cloud Sephiroth vorsichtig um
das schweigen zu brechen.
"Ja, sie ist uns ganz nahe." Ja, das stimmte wohl, auch Cloud spürte
Aeris Nähe so intensiv wie selten zuvor.
"Sephiroth, du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde dir nichts tun
und dich auch nicht bestrafen!" Sephiroth und Cloud blickten gleichzeitig
in die Richtung aus der ihrer Meinung nach die Stimme gekommen war. Ihr Blick
viel direkt auf die Hohe Lichtsäule die nun aufgehört hatte zu wachsen.
Soweit Cloud das einschätzen konnte war die Säule gute 2m hoch.
Was ihren Umfang betraf konnte er es nicht sagen. Von seinem Blickpunkt aus
betrachtet hätte diese Säule sowohl flach wie ein Blatt Papier als
auch so dick und Rund wie ein Baumstamm sein können. Eine Weile lang
stand diese Säule einfach nur da, nur die Farben der Säule bewegten
sich. Sie flossen ineinander, mischten sich und an anderen Stellen trennten
sie sich wieder. Doch plötzlich kam wieder Bewegung in das Gebilde, die
ganze Säule schien sich zu verformen. Sie wabberte und wankte und die
Farben tobten wild durcheinander. Immer schneller drehten und vermischten
sich die Farben, immer heftiger wankte die Säule und schließlich
war vor ihnen nur noch grelles weißes Licht zu sehen. Cloud konnte die
Säule nicht mehr sehen, da war nur noch Licht. Es wurde immer heller
und Cloud schirmte die Augen dagegen ab. Der Lichtkreis wurde immer größer.
Das Licht schien sich von einem Zentralen Punkt aus immer weiter auszudehnen.
Schließlich hatte es Cloud erreicht, wie eine Wand aus Licht schob es
sich unaufhaltsam nach vorne und hüllte die Barriere und Cloud in dem
weißen Licht ein. Cloud bedeckte die Augen vollständig mit seinen
Händen um an dem grellen Licht nicht zu erblinden. Nun hatte das Licht
auch Sephiroth erreicht. Obwohl er Angst hatte und wohl am liebsten davon
gerannt wäre, wollte ein anderer, viel stärkerer Teil, das er sitzen
blieb. Also starrte Sephiroth noch ein Zeitlang gebannt auf die immer Näherkommende
Lichtwand bis auch er schließlich seine Augen mit den Händen bedeckte
und fast Ängstlich den Kopf senkte. Nun waren sie beide eingehüllt
von diesem unbekannten Licht. Es dehnte sich wohl noch weiter aus, den weder
Cloud noch Sephiroth stellten eine Veränderung fest. Cloud wollte die
Hände wegnehmen, er wollte feststellen ob man im Zentrum der Lichtwand
sehen konnte. Aber er wagte es nicht und so wartete er. Sie beide warteten,
auf was auch immer! Dann kam es ganz plötzlich. Sowohl Sephiroth als
auch Cloud konnten es spüren. Ein heftiger Ruck, wie bei einer Druckwelle,
schoss durch den Raum und hätte Cloud beinahe umgeworfen. Die Hände
fest auf die Augen gepresste drehte Cloud seinen Kopf vorsichtig in alle Richtungen.
Er hätte schwören können das vor ihm irgendwo ein Lichtquelle
war die noch intensiver strahlte als der Rest. Und ja, da war die Stelle.
Cloud hatte sein Gesicht auf diesen Punkt gerichtet und er meinte durch die
Finger hindurch erkennen zu können das dass Licht vor ihm pulsierte.
Es sah aus als würde dort vorne etwas riesiges, lebendiges stehen. Eine
weitere Druckwelle folgte. Sie war noch stärker als die erste und sie
schien sich direkt auf das pulsierende Licht zuzubewegen. Die Druckwelle ließ
Cloud nach vorne kippen. Schnell kauerte er sich zusammen den die Hände
musste er auf den Augen behalten. Und dann konnte er es noch deutlich spüren
wie vorher. Das Licht, das sich bis jetzt nur ausgedehnt hatte zog sich wieder
zurück. Aber nicht so langsam wie es das vorher getan hatte, nein, es
schoss nun direkt wieder zurück. Das war auch der Grund für die
Druckwellen. Doch die Druckwelle die mit der Lichtwand kommen würde,
würde sie wohl alle überrollen.
"Sephiroth...," schrie Cloud so laut er konnte. Er sah ihn nicht
und wusste nicht ob er immer noch sass.
"Ich bin hier Cloud, mir geht es gut." Doch Cloud hörte aus
seiner Stimme heraus das er Angst hatte. Und diese Angst würde ihn an
Ort und Stelle festhalten. Er würde einfach dasitzen und die Welle nicht
mal spüren die da auf ihn zukam, und das würde sein Verhängnis
sein.
"Sephiroth, duck dich, mach dich so klein du kannst, spürst du die
herannahende Welle denn nicht?" Cloud wartete und lauschte auf eine Antwort
von Sephiroth, er wollte sicher sein das er ihn gehört hatte, doch zu
spät, die Welle war da. Es ging alles viel zu schnell. Cloud konnte so
gut wie nichts wahrnehmen. Es passierte einfach und war auch sofort wieder
vorbei. Die Welle schoss über sie hinweg. Cloud fühlte sich als
würde eine riesige Walze über seinen ganzen Körper fahren und
versuchen in platt zu machen. Cloud befürchtete das all seine Knochen
brechen würden. Denn der Druck war so groß das er der Meinung war
zerplatzen zu müssen. Alle seine inneren Organe schienen zerquetscht
zu werden. Überall war brennender und stechender Schmerz. Mal kam er
vom Kopf, dann wieder aus den Beinen oder seiner Magengegend. In diesem einem
Moment, in dieser stillen Sekunde, meinte Cloud doch noch sterben zu müssen.
Er wollte nur das die Qualen aufhörten. Und dann war es wieder vorbei.
Es war wieder dunkler um ihn rum, der Schmerz war weg und auch die Knochen
schienen noch alle heile zu sein. Er nahm die Hände von den Augen und
öffnete diese. Das Licht schoss auf den pulsierenden Punkt zu. Immer
mehr verdichtete sich die geballte Energie des Lichtes und floss unaufhaltsam
in den Mittelpunkt der Säule zurück. Und dann explodierte das ganze
Gebilde. Licht schoss in alle Richtungen. Cloud warf schützende den Kopf
zu Seite als eine Woge aus Licht wie ein Sturm an ihm vorbeiraste. Der Lichtwind
erzeugte Reibung auf Clouds Haut und er spürte wie es auf seiner linken
Wange immer heisser wurde. Doch nach einer kurzen Sekunde wechselte es wieder
schlagartig. Aus dem heissen Wind wurde ein eiskalter, der nicht nur Clouds
Wange wieder kühlte sondern fast einfror. Doch wie die Druckwelle zuvor,
war auch der eisige Wind fast sofort wieder verschwunden. Cloud öffnete
wieder einmal die Augen und blickte sich um. Ein kalter eisiger Stich auf
der Stirn lies ihn zusammenzucken. Er faste nach oben und pflückte kleine
gefrorene Schweissperlen davon ab. Er ließ sie zu Boden fallen und blickte
dorthin wo vorher Sephiroth gesessen hatte. Cloud schrak auf und seine Augen
weiteten sich. Sephiroth sass nicht mehr, er lag auf dem Boden. Und so wie
es aussah war er bewusstlos, vielleicht sogar tot. Das lange silberne Haar
lag wirr über seinem Gesicht und dem Boden und seine arme waren weit
nach vorne ausgestreckt. Er sah aus als hätte ihn etwas nach vorne geschleudert.
Und so war es wahrscheinlich auch gewesen. Sephiroth hatte sich nicht geduckt.
Er war sitzen geblieben und die Welle hatte ihn mit voller Kraft an Rücken
und Kopf getroffen und in ihn nach vorne geworfen. Vorsichtig faste Cloud
nach oben um zu prüfen ob die Barriere noch vorhanden war. Doch seine
Hände stießen auf keinen Widerstand. Die Lichtwand hatte die Barriere
wohl zerstört. Und so richtete sich Cloud auf und ging auf Sephiroth
zu. Als er ihn erreicht hatte kniete er vor ihm nieder und packte ihn an den
Schultern. Vorsichtig zog er ihn nach oben und hob ihn auf. Sephiroth war
ungewöhnlich leicht. Cloud schob seine Arme unter die Achseln von Sephiroth
und hebelte ihn auf die Füsse. Doch da Sephiroth sich nicht regte legte
er ihn vorsichtig wieder auf den Boden. Nun lag er da, in seiner vollen Länge
und schien nicht wieder zu Bewusstsein zu kommen. Cloud kniete sich neben
Sephiroth und richtete seinen Oberkörper wieder auf und lehnte ihn an
sein linkes Bein an. Mit der Hand stütze er den Kopf.
"Sephiroth, komm wieder zu dir, es ist vorbei." Das dachte Cloud
zumindest und tätschelte vorsichtig Sephiroths Wange um ihn aufzuwecken.
Doch nichts tat sich. Cloud blickte Sephiroth ins Gesicht. Seine Augen waren
geschlossen und das Gesicht entspannt, er sah aus als würde er friedlich
schlafen. Cloud legte die Hand auf Sephiroths Brust um zu spüren ob der
Herzschlag ausgesetzt hatte. Lange spürte Cloud nichts, und ihn befiel
die Ahnung das er vielleicht wirklich tot war. Doch dann, ganz schwach, spürte
er den Herzschlag. Doch so wie es aussah war er nicht besonders Stark, und
Cloud war der Meinung das er dringend Heilung benötigte oder er würde
es nicht mehr lange überleben. Cloud hatte keinerlei Substanz oder Items
dabei mit denen er Sephiroth hätte helfen können. Obwohl Sephiroth
sein Feind war und er eigentlich glücklich sein sollte wenn er starb
war er verzweifelt das er ihm nicht helfen konnte. Cloud blickte sich um,
gab es hier den keinen Ausgang? Vielleicht, wenn er einen finden würde,
könnte er Sephiroth so schnell es ging hier raus befördern. Tifa
und die anderen trugen jede menge Substanz und Items bei sich, damit würde
er ihm sicher helfen können. Doch dazu musste er hier raus. Sephiroth
hatte ihn hier her geholt, und sicher war auch nur er in der Lage ihn wieder
zurückzubringen, wie also sollet Cloud den Ausgang finden wenn er nicht
einmal wusste wie er hier her gekommen war. Cloud blickte auf Sephiroths Gesicht
und fragte sich warum er überhaupt daran dachte ihm helfen zu wollen.
Der Friede in ihm schwankt. Es war als würde eine gewaltige Wassermacht
gegen einen Damm brechen und versuchen ihn zu zerstören. Die Welle war
die Wut und der Hass und der Damm war der Frieden. Wer würde scheitern?
Cloud war hin und her gerissen. Einerseits war dies sein Feind, er hatte gemordet
und die Welt fast zerstört aber andererseits war er doch nur Wahnsinnig
geworden weil er erfahren hatte das er Teil abscheulicher Experimente gewesen
war, vielleicht konnte man ihn bekehren und heilen und seinen Geist zur Ruhe
bringen. Und es gab noch etwas was Cloud dazu bewegte ihn retten zu wollen,
Cloud war ein Klon, er hatte keine echte Familie oder Verwandtschaft, und
ob er jemals richtige Freunde gehabt hatte konnte er immer noch nicht sagen,
aber eines wusste er, er war ein Sephiroth-Klon und das bedeutete, das Sephiroth
sein Bruder war! Und das bedeutete das Cloud doch einen Verwandten hatte!
Und diesen einzigen Verwandten, ja, Vorbild so vieler Jahre, und einzige Person
mit der er eine Art Vergangenheit besaß, sollte er sterben lassen, um
damit wirklich und endgültig ganz allein zu sein. Sicher, nun hatte er
Freunde, und er hatte Tifa, er war also nicht alleine, würde sie zumindest
sagen, aber sie würden ihm nicht diese Erinnerungen geben können
die er mit Sephiroth hatte. Er hätte niemanden mehr mit dem er sich austauschen
konnte, und somit, war er auf eine bestimmte Art und Weise eben doch ganz
alleine! Die Welle schmetterte mit aller Kraft gegen den Damm, ihre Wassermassen
schossen daran hoch und spritzen leicht darüber hinweg, doch letztendlich
zerbrach sie und der Damm hielt!!! Cloud konnte nun die heissen Tränen
spüren die über sein Gesicht flossen. Sie vereinten sich an seinem
Kinn und tropften auf Sephiroths Brust.
"Einsicht, ist der erste Weg zur Heilung," sprach die mittlerweile
bekannte Stimme von Aeris. Doch diesmal klang sie räumlicher und Näher.
Cloud hob langsam seinen Kopf und wandte seinen Blick von Sephiroth ab und
richtete ihn in die Höhe, dorthin wo er vermeinte die Stimme gehört
zu haben. Cloud versetzte es einen Schlag mitten ins Herz. Schnell schoss
seine Hand nach hinten um sich abzustützen. Der andere Arm krampfte sich
um Sephiroths Schulter! Vor ihm, keine 2 Meter entfernt, stand, nun wieder
in der vollkommenen Dunkelheit, Aeris!
Ja, sie war es, in Fleisch und Blut, oder doch nur ein Geist? Cloud wusste
es nicht und ihm war es egal, wichtig war nur das sie hier war nun auch sichtbar
für sie, und, vielleicht konnte sie Sephiroth helfen.
"ich würde gerne aufstehen und dich begrüssen, doch die Umstände,
wie du siehst, erfordern das ich bei ihm bleibe, ich hoffe du verstehst das?"
Cloud blickte Aeris tief in die Augen, er versuchte Regungen wie Trauer oder
Enttäuschung zu entdecken, aber sie lächelte ihn nur an.
"Natürlich versteh ich das, und für Begrüßungen
ist später auch noch Zeit, doch jetzt, sollten wir uns erst einmal um
Sephiroth kümmern!"
"Du willst ihm helfen?" Cloud war sichtlich erstaunt darüber.
"Aber sicher, nur aus diesem Grund bin ich hier, naja, es gibt auch noch
andere Gründe, aber dieser hier hat Vorrang."
"Aber, er hat dir so viel Leid zugefügt, und nicht nur dir, aber
dich hat er getötet, auf dem Altar der Cetra, in der Heimatstadt deines
Volkes, hasst du ihn nicht dafür, verspürst du nicht den Drang in
sterben zu lassen?"
Aeris schüttelte den Kopf und lächelte ihn an:
"Nein, in seinem Herzen mag momentan der Zorn und tiefe verbitterte Trauer
herrschen, aber im Grunde ist er ein, wenn auch eigenwilliger, guter Mensch!
Er hat es nicht verdient zu sterben sondern einen Neuanfang zu starten!"
Cloud blickte Aeris voller Verwunderung an, sie hatte ihn nie gehasst. Das
wusste er jetzt. Aeris hatte Sephiroth in dem Moment vergeben als er ihr das
Schwert durch den Bauch bohrte. Alle anderen waren entsetzt gewesen, alle
hatte lodernde Wut gepackt, doch sie hatte ihm verziehen. Cloud hätte
das nie gekonnt.
"Du warst es, stimmt's? Du hast den Frieden in uns beiden ausgebreitet
um uns am kämpfen zu hindern und uns zum nachdenken zu bewegen."
Aeris nickte.
"Ja, es war der einzige Weg um Euch klar zu machen das das kämpfen
keinen Sinn hat. Und das ihr einander Vergeben solltet. Sicher wird es auch
jetzt noch Probleme geben, besonders was den Rest der Gruppe, aber vor allem
den Rest der Welt angeht, aber mit der Zeit wird sich alles richten, ich weiss
es!"
Aeris kniete sich neben Cloud und vor Sephiroth und legte ihre Hände
auf seine Brust.
"Sein Herzschlag ist schwach und seine Atmung sehr flach, es hat ihn
schwer getroffen aber er lebt, und das heisst ich kann ihm helfen!" Dort,
wo Aeris' Hände lagen, breitete sich ein grünes leuchten aus. Es
war das gleiche leuchten wie das der Lichtsäule die noch vor wenigen
Augenblicken im Raum gestanden hatte. Und es war das gleiche leuchten wie
Lebensstrom es ausstrahlte. Das leuchten verteilte sich sehr schnell auf Sephiroths
ganzem Oberkörper, es wanderte seinen Hals hinauf und überflutete
sein Gesicht. Auch seine Beine waren nun eingehüllt in dem heilenden
grün.
"Ein paar seiner Knochen sind angebrochen und die Splitter gefährden
verschiedene Innenorgane. Ich muss sie zusammenfügen. Er hat auch leichte
innere Blutungen die ich stoppen und behandeln muss."
Cloud fragte sich wie sie dies alles sehen und behandeln konnte ohne seinen
Brustkorb zu öffnen. Aber Aeris war schon immer etwas besonderes gewesen!
Sekunden vergingen, dann waren es Minuten, vielleicht waren es auch schon
Stunden als sich Sephiroth, der immer noch in Clouds Armen lag, aufbäumte,
seinen Mund aufriß und tief Luft holte. Cloud strahlte übers ganze
Gesicht als er sah wie Farbe und Leben in Sephiroths Körper zurückkehrten.
Sephiroth hatte tief eingeatmet, doch Cloud atmete lang und laut aus.
"Sein Körper ist geheilt, jedoch ist er immer noch sehr sehr schwach,
er braucht viel schlaf und Ruhe und jemanden der sich um ihn kümmert,
und zwar freiwillig!" Aeris blickte Cloud bei diesen Worten ernsthaft
an! Cloud wusste das momentan nur er derjenige war der sich um Sephiroth kümmern
konnte da alle anderen sich wohl vorerst von ihm abwenden würden.
"Ich verstehe, ich werde ihn nach Nibelheim in die Villa bringen, sie
steht leer und ich glaube aufgrund der Geschichten die um sie schwanken will
dort auch niemand freiwillig wohnen. Vielleicht hilft Tifa mir sie ein bissen
Häuslicher einzurichten. Dann kann ich ihn dort pflegen bis er wieder
auf den Beinen ist."
"Ich glaube ich brauche dies nicht zu erwähnen, aber, ich denke
es ist besser wen Sephiroth keinen Zugang zu der Bibliothek und dem Labor
erhält. Verschließe es. Und da auch niemand mehr den Sargraum benötigt
verschließe auch ihn und reiße dann die Treppe zum Keller ab.
Ich denke es ist auch besser wenn du dort unten nicht mehr rumstöberst!"
Cloud war ein wenig verwundert darüber das er gleich die ganze Treppe
abreißen sollte, doch wenn er so darüber nachdachte war es wohl
wirklich für alle das beste wenn nie mehr jemand dort unten hin gelangen
konnte. Sonst würde vielleicht wieder das gleiche passieren wie damals
und Sephiroth würde ausrasten, das wollte er verhindern!!!
"Aeris, meinst du wir können seine Seele heilen?"
"Ich weiss es nicht Cloud, ich kenne ihn nicht so gut um das beurteilen
zu können, vielleicht ist er auch ein hoffnungsloser Fall und vielleicht
müssen wir ihn eines Tages doch noch unschädlich machen. Aber auf
einen Versuch kommt es an!" Cloud blickte auf Sephiroth, der atmete zwar
hatte aber noch nicht die Augen geöffnet. Eine Strähne seines langen
Haares hing ihm ins Gesicht. Cloud hob Vorsichtig die Hand, langsam führte
er sie zu seinem Sephiroths Gesicht und strich sie fast liebevoll zu Seite.
Als Cloud die Hand von Sephiroths Gesicht entfernte und ihn prüfend ansah
öffnete dieser schlagartig seine Augen und starrte Cloud an. Es war wie
ein stummes Gespräch. Cloud fragte sich ob auch in Sephiroth noch der
Frieden herrschte der ihn zuvor befallen hatte. Oder war mit der Heilung auch
diese lindernde Macht verschwunden, war er nun wieder der alte? Sephiroths
Augen starrten Cloud an, es waren harte Gefühlslose Augen, und Cloud
beschlich die Ahnung das er wieder seinen Feind in den Armen hielt. Doch dann,
ganz langsam aber stetig wurde der Blick weicher, die Lider sanken leicht
herab und die Pupillen weiteten sich. Sephiroth neigte den Kopf zur Seite,
schloss die Augen und legte die Hand an die Stirn, Aeris, hatte er offenbar
noch nicht bemerkt.
"Wo bin ich," fragte er mit schwacher Stimme. Cloud blickte Aeris
fragend an, den auch er wusste nicht wo sie hier waren.
"Wir sind im Bewusstsein des Planeten," antwortete Aeris an Clouds
Stelle. Sofort richtete sich Sephiroth ruckartig auf und starrte sie an. Es
vergingen nur Sekunden, doch diese Zeit reichte, Sephiroths Haut wurde eiskalt.
Cloud, der immer noch eine Hand auf dessen Schulter hatte konnte, es spüren.
Gleich danach bekam er Schweißausbrüche die in kleinen Bächen
über seinen Körper flossen. Schließlich begann er zu zittern,
so stark, das er kaum noch Kraft hatte aufrecht zu sitzen und sogleich war
Cloud da um ihn wieder zu stützen. Einen kurzen Augenblick wendete Sephiroth
den Kopf und sah Cloud staunend an dann richtete er seine Blicke wieder auf
Aeris. Doch diese lächelte ihn nur an, sagte aber kein Wort.
"Du brauchst vor ihr keine Angst zu haben, sie hat dich geheilt und wird
dich am Leben lassen. Sie hegt keine Rachegefühle in ihrem Herzen!"
Cloud blickte Sephiroth an, doch dieser starrte unverwandt auf Aeris.
"Wo kommst du her, bist du ein Geist?" Das wollte Cloud auch gerne
wissen, hatte sich aber nicht getraut zu fragen, doch nun hatte Sephiroth
es einfach ausgesprochen. Jetzt, brauchten sie nur noch auf die Antwort zu
warten.
"Nein, ich bin kein Geist und auch keine verlorene Seele. Ich bin aus
Fleisch und Blut, so wie du!"
"Aber, ich habe dich getötet, ich weiss es genau. Damals, auf dem
Altar, mit dem Schwert durch deinen Bauch, das Blut, und dein Leichnam den
Cloud im Wasser beerdigte, Heilig, das aus deinen Haaren ins Wasser viel.
Das kann doch alles unmöglich Einbildung gewesen sein...." Auch
Cloud war verwirrt, war dies ein besonderer Ort an dem alles was bereits gestorben
war auf einer anderen Ebene existierte?
"Ja, du hast mich einmal getötet, und mein Leichnam lag auch eine
Zeit lang auf dem Grund des Sees. Doch nun habe ich eine neue Aufgabe. Euch
die Einsicht zu bringen!"