See Der Toten Seelen
Ungrade Stufen in die Tiefe meines Seins,
führen sie zu einem schwarzen See,
sein schaurig schönes Bild lädt zum ausruhen ein,
und locken mit Frieden und Ruhe.
Braune Stängel umrunden das Ufer,
keine Blume säumt die Ebene,
kein lebendiger Wind streift um dein Gesicht,
der Tod scheint zum greifen nah,
und doch lässt du dich locken.
Du lässt dich nieder an seinem Wasser,
schließt die Augen und schläfst ein,
ein schwarzer Mantel senkt sich über dich,
und Träume stürmen in deine Gedanken.
Schmerz peitscht plötzlich deine Seele,
Qualen treffen deinen Körper mit voller Wucht,
Verzweiflung breitet sich in dir aus,
du willst erwachen doch bist du gefangen,
der schwarze Mantel hüllt dich ein,
und hält deinen Verstand im Träume fest.
Bilder des Schreckens ziehen an dir vorüber,
vergangenes doch an Schrecken nicht gering,
Erinnerungen einer Seele,
die starb als das Leben sie betrog,
die unterging als man ihr die Hoffnung nahm,
und die am Ende nicht mehr kämpfen wollte.
Die windest dich im Griff des Grauens,
du schreist doch keiner hört es,
du spürst dein eigenes Leben entweichen,
wie die tote Seele es mit sich reißt.
„Lass mich nicht alleine.“
Hörst du sie rufen.
„Komm mit mir und teile deinen Schmerz mit mir.
Lockt sie mit jeder Sekunde.
„In einem Land wo du nie wieder leiden musst.“
Verspricht sie dir Erlösung.
Die Kämpft und windest dich,
und plötzlich entkommst du der klammernden Gewalt.
Du erwachst und schwer geht dein Atem.
Panikartig erhebst du dich und flüchtest vor dem See.
Die Bilder, Angst und Schmerz noch in deinem Nacken.
Rennst du davon, vor dem See der Toten Seelen.
>> Wasserglanz <<